Der "Walk of Fame" entstand im Rahmen des 65-jährigen Schuljubiläums 2026 durch das Reporterteam.



65 Jahre Dr.-Karl-Grünewald-Schule in Bad Königshofen – wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Seit mehr als einem halben Jahrhundert wurden hier Persönlichkeiten geprägt, Prüfungen geschrieben und zig Abschlüsse absolviert. Alle unsere ehemaligen Schülerinnen und Schüler sind danach ihren Weg gegangen und können stolz auf das zurückblicken, was sie erreicht haben.
Im Rahmen der Vorbereitungen auf das Jubiläum kam die Idee auf, Ehemalige zu kontaktieren, deren Vita in beruflicher, sportlicher oder sonstiger Hinsicht einen besonderen Verlauf genommen hat. Und so entstand das Projekt „Walk of fame“, welches unser Reporterteam, das es nun im zweiten Schuljahr gibt, durchgeführt hat.
Zunächst musste ein Fragebogen ausgearbeitet werden, was insofern durchaus anspruchsvoll war, da er auf alle Interviewpartner gleichermaßen ausgerichtet sein musste. Außerdem überlegte das Team kritisch, was für die Personen, die die Interviews lesen werden, auch wichtig und interessant ist, zu erfahren. Und so entstand eine gute Mischung aus Fragen zur Schulzeit einerseits sowie zu der Zeit danach andererseits.
In der Folge durfte das Reporterteam viele sehr interessante, kurzweilige und auch witzige Interviews führen. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ausdrücklich bei allen Interviewpartnerinnen und -partnern bedanken, die sich die Zeit genommen haben, um unsere Fragen zu beantworten. Vielen Dank, dass wir so viele spannende Lebensläufe kennenlernen durften!
An den Projekttagen wurden Sterne gesägt und lackiert und mit den Namen versehen. Auf jedem Stern befindet sich zudem ein personalisierter QR-Code, der auf den Bereich unserer Schulhomepage führt, auf dem Sie die Interviews lesen können. Die Sterne an sich hängen im Gang zwischen dem Haupteingang und dem Musiksaal.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Name: Philipp Ziegler
Abschlussjahr: 2011
Heimatort: Herschfeld
Jetziger Wohnort: Zürich
Fame: Pilot bei SwissAir
„Auch wenn wir schon weit gekommen sind,
wir gehen immer weiter hoch hinaus“
Tim Bendzko
Was ist denn Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Die schönste Erinnerung? Ich denke, eine der besten Erinnerungen war dann das Abschlusszeugnis. Der Moment, wo es dann weitergehen konnte.
Welchen Zweig haben Sie denn gewählt in der sechsten Klasse?
Der technische. Also ich war in der Realschule im mathematischen Zweig.
Ihr Schülerpraktikum: Wo haben Sie das gemacht?
Ich muss überlegen. Ich habe mehrere gemacht, weil ich ja vorher noch auf einer anderen Realschule war. Welches war das? Ich glaube, das war in der Physio- und Ergotherapie.
Wie sind Sie denn dann darauf gekommen, dass Sie Pilot werden wollten?
Na ja, also das Ziel war schon eigentlich, oder der Traum war da. Dadurch, dass es noch Realschule war, war es ein bisschen schwieriger. Und dann war klar, das Abitur muss kommen. Und nach dem Abitur habe ich mich dann informiert, geguckt. Wie kann ich den Weg angehen? Und bin dann den Weg gegangen über ein duales Studium.
Was war Ihr Lieblingsfach und Ihr Hassfach?
Also Biologie fand ich immer gut. Und mein Hassfach war, ich würde mal sagen, Englisch.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Aus der Schulzeit? Eigentlich gar nichts. Also dieser klassische Spruch, man erinnert sich gerne zurück. Für mich war es der Türöffner. Und seitdem bin ich froh, dass ich nicht mehr in die Schule musste.
Würden Sie rückblickend irgendetwas anders machen?
Ich denke eigentlich nicht. Also das, wie es gekommen ist, ist einfach so gekommen. Und ich habe das Gefühl, dass ich mich jetzt nicht mehr in die Schule gelegt habe. Ich habe das Ganze über viele Umwege gemacht. Aber ich glaube, diese Umwege sind einfach Erfahrungen, aus denen man jetzt gut seine Schlüsse ziehen kann, und sehr dankbar für sein kann.
Welche Vorbilder, auch aus der Schule, haben Ihren Weg geprägt?
Vorbilder? Also ich denke auf jeden Fall meine Eltern. Auf die Art und Weise, wie sie Dinge vorgelebt haben. Auch da in der Schulzeit. Dass sie mir den Weg geebnet haben, einmal den Schulwechsel zu machen nach Königshofen. Und ich denke jetzt im jetzigen Verlauf oder so beruflich, gibt es immer wieder mal Menschen, mit denen man zu tun hat, wo man weiß, daraus kann man seine Erfahrungen ziehen. Aber so ein direktes Idol, Vorbild würde ich jetzt nicht sagen. Sondern man zieht sich einfach die wichtigen Punkte von verschiedenen Menschen aus.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Ich denke, jeder hat es mal gemacht.
Bitte vervollständigen Sie den nächsten Satz: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann…
… würde ich mir wünschen, dass viel mehr junge Menschen realisieren, dass Schule wirklich nur der Anfang ist. Und dass eine schlechte Note oder ein Fach, was man nicht kann, nicht unbedingt heißt, dass man es nicht wirklich kann. Also, ich kann nur aus Erfahrung sprechen. Englisch als mein Hassfach. Ich arbeite eigentlich nur noch Englisch jeden Tag. Und mir wurde attestiert, dass ich jetzt muttersprachlich Englisch sprechen kann, was mir davor nie jemand irgendwie zugetraut hätte.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Ich denke, worauf ich sehr stolz sein kann, ist mein Wille und auch mein Biss im Sinne von Sachen durchzuziehen. Also nie aufzugeben, auch wenn es länger dauert, ein Umweg geht. Ich habe über Jahre oder jetzt Jahrzehnte, das waren jetzt zwölf Jahre lang, die ich gekämpft habe, um jetzt an dem Ort zu sein, wo ich bin.
Was ist ihr peinlichstes Erlebnis aus Ihrer Schulzeit oder während Ihrer Karrierelaufbahn? In der Schule würde ich mal sagen, eines der peinlichsten Erlebnisse war, dass ich einmal, nachdem wir, ich glaube es war nach dem England-Austausch, kamen wir zurück und dadurch, dass ich aus Bad Neustadt kam, langer Weg, morgens wieder früh raus und dann bin ich einfach im Unterricht eingeschlafen. Wenn die Frage kommt, es war bei Herr Fleischhauer.
Welche übermenschlichen Fähigkeiten hätten Sie gerne?
Ich denke, fliegen ist bei mir jetzt nicht so an einer großen Stelle, das kann ich ja schon selber, also ich denke so etwas wie unsichtbar sein oder so.
Welche Ziele haben Sie noch?
Also meine Ziele weiterhin sind, meinen Job gut zu machen, privat glücklich zu werden und immer einen guten Job zu machen, um meinen Karriereweg zu gehen. Und das wird dann irgendwann in den nächsten sechs bis acht Jahren die Kapitänsbinde.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Aufgrund meiner Erfahrung denke ich, wirklich nie aufgeben. Es gibt Menschen, mit denen kann man nicht so gut, kann auch ein Lehrer sein, aber nie einreden lassen, dass man irgendwas nicht kann. Wenn man will, kriegt man alles irgendwie hin. Man muss sich nur durchbeißen und wenn der Wille da ist, dann klappt das.
Ich würde gerne noch einmal auf ein paar Details aus Ihrem beruflichen Werdegang eingehen, Herr Ziegler. Sie haben die Realschule gemacht, dann die FOS und anschließend das duale Studium. War das dann schon bei Lufthansa oder einer vergleichbaren Airline?
Ich habe FOS auf dem sozialen Zweig gemacht. Dann war ich im FSJ, habe zwei Jahre lang im Rettungsdienst gearbeitet. Dann bin ich an die Hochschule Worms und habe Aviation Management Piloting studiert. Dort dann meine Ausbildung zum Verkehrspiloten und noch halt im Managementbereich Luftfahrt. Alles, was um Flughäfen und Airline-Management geht. Einen Teil der Ausbildung habe ich in Florida, in Amerika, gehabt, meine Flugausbildung. Da war ich einmal vier und einmal drei Monate. Dann, genau, durch Corona ein bisschen verzögert gewesen, die ganze Ausbildung. Ende September 2023 bin ich nach Hannover gezogen. Habe dort meinen ersten Job angenommen im Bereich Business Aviation. Das heißt, Privatjets, aber primär Organtransplantationsflüge. Das heißt, viel nachts unterwegs, mit Blaulicht auf dem Flugzeug so gefühlt. Parallel noch im Büro dort gearbeitet. Das heißt, Flugplanung, Flugvorbereitung, alles, was dazugehört. Mit den prominenten Kunden auseinandergesetzt, rumgeschlagen. Und jetzt seit Dezember letzten Jahres bin ich jetzt in die Schweiz gezogen und habe eine Stelle als First Officer bei der SwissAir.
Und Sie fliegen aber dort ausschließlich Organe?
Jetzt nicht mehr. Jetzt bin ich in einem normalen Linienbetrieb. Swiss Airlines, die mit dem Schweizer Flagge hinten drauf. Und fliege da einfach normale Linien.
Vorher bin ich zwei Jahre für Eurotransplant geflogen und habe mich jetzt aber beruflich nochmal umorientiert in die Schweiz, weil Work-Life-Balance im Ambulanz-Service sehr, sehr schwer war.
Das kann ich mir gut vorstellen. Der nächste Schritt wäre dann quasi der Kapitän, wie Sie vorhin gesagt haben.
Noch nicht ganz. Also jetzt geht es von der Kurzstrecke dann, ich denke so in eineinhalb bis zwei Jahren, geht es dann auf die Langstrecke. Und von der Langstrecke geht es dann auf die Kapitänsposition, Kurzstrecke.
Da haben Sie auf jeden Fall noch einiges vor sich und es ist immer, glaube ich, ganz gut, wenn man so konkrete Ziele hat und darauf hinarbeitet.
Das ist der Vorteil bei so einer großen Airline, dass es klar geregelt ist. Da steht nach Minimum so und so vielen Monaten, ist die frühste Kommandierung. Und da weiß man jetzt schon, wie es läuft.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? | Sommer. |
Messi oder Ronaldo? | Messi. |
Mathe oder Deutsch? | Mathe. |
Kino oder Theater? | Theater. |
Berge oder Meer? | Berge. |
Lieber zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? | Immer zu früh. |
Morgenmensch oder Nachteule? | Morgenmensch. |
Kopfmensch oder Bauchmensch? | Kopfmensch. |
Selbst kochen oder essen gehen? | Selbst kochen. |
Kunst oder Musik? | Musik. |
Lieber Herr Ziegler,
vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um dieses Interview mit uns zu führen. Wir wünschen Ihnen für Ihren beruflichen Werdegang und auch privat von Herzen alles Gute!
Dankeschön!
Ihre Klara Zeitz und Ihre Stefanie Greb

Name:Eva-Maria Deutsch
Abschlussjahr: 2013
Heimatort:Gollmuthhausen
Jetziger Wohnort:Nähe Wiesbaden
Fame:Strongwoman
„Dranbleiben, anspann’n und standhalten, Glück nicht verwechseln mit Könn’n, aber dein Könn’n niemals anzweifeln“
Kontra K
Wie heißt das genau, was Sie machen? Also auf Insta machen Sie ja viel mit Krafttraining und sowas.
Also was ich eigentlich mache, würde ich sagen, ist die Sportart Crossfit, aber ohne den Gymnastics, also ohne den turnerischen Teil. Für euch, also Crossfit, der Gedanke dahinter war mal, dass sich einer die Olympischen Spiele angeschaut hat und sich gedacht hat, wow, die Menschen sind ja super sportlich, super krass, aber die sehen ja komplett unterschiedlich aus. Natürlich je nachdem, wie die körperlichen Gegebenheiten für eine Sportart eben gut und schlecht sind. Und hat gesagt, jetzt wäre es ja spannend. Ich mische alle Sportarten und schaue, wer dann am Ende gewinnen würde. Und so ist die Sportart Crossfit entstanden. Die ist nicht olympisch, also die werdet ihr da nicht finden, aber die kombiniert eigentlich olympisches Gewichtheben. Sie kombiniert Leichtathletik und alle möglichen Lauf- und Rennevents und ganz viel Turnen. Aus diesen drei Hauptsportarten werden sozusagen Sachen zusammengewürfelt. Und dann ist das Format aber so offen, dass alles, was sich jemand überlegt, was eine sportliche Herausforderung ist, da auch noch Platz finden kann. Und das wird alles kombiniert und wird dann in Wettkämpfen abgefragt. Und manchmal weiß man kurz davor schon, was kommt. Manches wird erst direkt vor Ort bekannt gegeben. Manchmal wird es, wenn drei, erst nach zwei Sachen, die man schon gemacht hat, bekannt gegeben, wie es weitergeht. Also es ist komplett offen. Und man muss einfach schauen, dass man insgesamt so fit irgendwie wie möglich ist, so wenig Schwachstellen hat wie möglich und eben sich ständig ein Stück weit weiterentwickelt. Und das mag ich an dem Sport. Und mit dem Sport habe ich angefangen und habe dann gemerkt, dass mein Körper doch ein bisschen besser ist als andere Körper offensichtlich. Und mein Training sehr gut war für alles, was jetzt mit schweren Gewichten, also mit kraftintensiveren Sachen zu tun hat. Und so bin ich auf die Sportart Strongman oder Strongwoman-Sport aufmerksam geworden. Da habe ich mal eine Anzeige gesehen auf Instagram von einem Wettkampf. Und der sah super witzig aus. Der war in den Niederlanden. Und das sind ja hier von uns aus nur vier Stunden über die Grenze rüber. Und dann habe ich mich da einfach angemeldet, habe dort mitgemacht und habe selber erst gemerkt, wie gut ich eigentlich in dem Sport schon bin. Seitdem bin ich da hängen geblieben.
Was ist denn Ihre schönste Erinnerung an die Schulzeit?
Meine schönste Erinnerung, dass alles so schön strukturiert war. Also in der Schule denkt man sich, alles ist vorgegeben. Jetzt muss ich das machen. Morgen ist diese Stunde. Da habe ich gar keine Lust drauf. In zwei Tagen ist endlich wieder mein Lieblingsfach. Aber jetzt rückblickend vermisse ich diese Art von Struktur. Weil ich mich so viel, als erwachsener Mensch muss man sich so viel selbst verwalten plötzlich. Man muss so viele Termine unter einen Hut bekommen. Und die Freiheit, das machen zu können, ist sehr schön. Aber es würde auch manchmal vieles leichter machen, wenn man einfach einen festen Stundenplan hätte und sehr viele Dinge besser planen könnte. Und sich auch darauf verlassen kann, dass es genauso stattfindet. Also immer dann, wenn man frei hat, dann auch wirklich frei zu haben, ist ein Privileg ein Stück weit. Und diese Art von Struktur, die wünsche ich mir manchmal zurück.
War es schon immer Ihr Traum, Strongwoman zu werden?
Nee. Also wie gesagt, das ist eher zufällig passiert. Und seitdem macht es aber super viel Spaß. Ich finde es selber spannend herauszufinden, was der menschliche Körper überhaupt leisten kann. Ich hätte nie gedacht, dass ich Gewichte, die ich jetzt gerade so bewegen kann, dass das überhaupt mir möglich ist mit meinem Körper.
Welchen Zweig haben Sie in der Schule gewählt?
Ich hatte den technischen Zweig. So richtig gewählt habe ich den eher weniger, sondern ich bin vom Gymnasium runter in der siebten Klasse. Und dann habe ich mir gedacht, was ist da jetzt so das Einfachste, was ich nehmen könnte. Und mein Bruder war eine Stufe über mir und ich dachte mir, ganz arrogant, wenn der das hinkriegt, dann kriege ich das auch hin. War rückblickend, gar keine gute Entscheidung. Also Mathe, Physik, Chemie waren mit Abstand meine schlechtesten Fächer. Die haben mir auch am wenigsten Spaß gemacht. Mit Mathe bin ich dann so halbwegs auf den grünen Zweig gekommen. Die anderen waren echt immer lästiges Übel. Also ich war sehr froh, als die zehnte Klasse dann durch war. Und ich würde es auch nicht wieder machen.
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Ich bin mir nicht mehr genau sicher, aber ich habe drei Praktika gemacht. Ich war einmal in Nürnberg in einem Fünf-Sterne-Hotel. Genau, einfach für euch. Weil wir als Kind nie in den Urlaub großgefahren sind. Also wir waren, soweit ich mich erinnern kann, nur auf einem Bauernhof. Und zwar jedes Jahr, bis ich und mein Bruder uns zu sehr gestritten haben und meine Eltern gesagt haben, wir fahren jetzt nicht mehr in den Urlaub. Und bis heute hat mich das geprägt, weil ich super gerne reise. Und diese Reiselust war damals schon da, wenn alle von ihren coolen Urlauben erzählt haben, dass ich mir überlegt hatte, vielleicht mal in einem Hotel zu arbeiten, weil man da Perspektiven hätte, viel reisen könnte. Also habe ich mir das mal angeschaut und dann gemerkt, dass es spannend ist auf den ersten Blick, aber doch nicht, dass es für immer sein wird. Dann war ich noch in der Grundschule in Aubstadt, weil ich gerne Lehrerin werden wollte. Das war auch ein Gedanke von mir. Und dann war ich dort in der Grundschule und habe dort ein Praktikum gemacht. Und genau, ich glaube, das waren die Praktikas, die ich in der Realschulzeit gemacht habe. Und in der Fachoberschule, vielleicht, falls es euch interessiert, war ich dann noch auf der Unfallchirurgie im Krankenhaus und habe dort mitgearbeitet, bei einem ganz langen Praktikum. Das war mit der Schulzeit kombiniert. Da war ich auch im Kindergarten. Das mussten wir machen. Das war richtig anstrengend. Und dann war ich noch in einem Museum, was aber kombiniert war mit einem Flüchtlingsheim. Und das waren Integrationskurse, Deutschkurse, verschiedene Bildungsprojekte, wo ich auch mitgearbeitet habe. Das waren die Praktika, die ich so gemacht habe.
Was war denn Ihr Lieblingsfach und was Ihr Hassfach?
Mein Lieblingsfach war Sport, mit Abstand. Deswegen finde ich es immer so traurig, wenn jetzt gesagt wird, man überlegt, hier Sport abzuschaffen. Also für ganz, ganz viele, die sich gerade schwer tun, in der Strukturschule, sage ich mal, ist das ein super, super wichtiges Fach. Und ich habe jetzt bei der Polizei, wo ich arbeite, sehr viele Kollegen, die hervorragende Kollegen sind und die super gerne Sport gemacht haben, aber in der Schule einfach gesagt haben, das war damals so gar nicht meins für das, was ich gebraucht habe. Und mein Hassfach war Chemie. Das sieht sogar interessant aus, wenn da irgendwas blubbert und dann überläuft und so, aber wie es genau dahinter abläuft, da fehlt mir ehrlicherweise dann doch das Interesse dran, das näher verstehen zu wollen. Und da hat man mich nie so richtig für gekriegt. Das hat mir immer schwer getan.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
Ich bin nach Amerika gegangen mit einem Stipendium für ein Jahr. War dort in Oregon mit dem PPP-Stipendium. Da kann sich ja jeder drauf bewerben. Da hängt wahrscheinlich bei euch auch ein Plakat in der Schule. Das ist das Parlamentarische Patenschaftsprogramm vom Deutschen Bundestag und dem US-Kongress. Und die geben immer Stipendien raus. Und dort war ich für ein Jahr an der Highschool. Bin dann zurückgekommen. An das Stipendium war aber geknüpft, dass meine Schulzeit noch nicht abgeschlossen sein durfte. Und deswegen musste ich danach praktisch weitermachen in der Schule. Das war ein bisschen unglücklich, weil in Deutschland es ja die Realschule gibt, wo man dann tatsächlich schon noch zehn Jahre fertig sein kann. In anderen Ländern geht das so gar nicht. Und dann musste ich noch auf die FOS gehen. Ansonsten wäre ich mit einer Ausbildung wahrscheinlich direkt zur Polizei gegangen. So habe ich dann noch zwei Jahre mein Fachabitur gemacht im Bereich Soziales, also Pädagogik und Psychologie. Und dann wurde mir gesagt, wenn ich jetzt zur Polizei will, muss ich mir die Augen lasern lassen, weil ich eine Brille getragen habe. Also habe ich dann nach der zwölften Klasse, nachdem ich Fachabitur hatte, weil ich hatte ein bisschen Angst, wenn irgendwas schief geht, dann bin ich am Ende blind. Und dann dachte ich mir, weiß ich nicht, mit Abitur blind sein ist an so einer Uni wahrscheinlich noch ein bisschen besser, was man bis jetzt so von der Welt kennengelernt hat, Blindenbetreuung, als wenn ich Blinde nicht habe. Und dann habe ich danach mir wie gesagt die Augen lasern lassen, musste dann aber noch ein Jahr warten, weil die Augen nach einem Jahr noch stabil sein müssen. Also die dürfen nicht direkt wieder schlechter werden. Und dann habe ich mir gedacht, mein Plan B ist ja sowieso Lehramt zu studieren. Dafür brauche ich mein allgemeines Abitur. Und dann habe ich noch das 13. Jahr dran gehangen, habe dann insgesamt 14 Jahre die Schulbank gedrückt und war dann fertig. Hatte dann noch nicht die Zusage für die Polizei und bin dann tatsächlich an die Universität und habe auch ein Semester Lehramt studiert, Sport und Englisch. Und als dann die Zusage kam, dass ich bei der Polizei anfangen kann, habe ich dann meinen Doktoren direkt Bescheid gesagt, dass ich den Rest jetzt noch genieße von dem halben Jahr Uni. Und sie sich da gar keinen Stress mit mir machen brauchen, weil ich mir zum Beispiel beim Schwimmen total schwer getan habe in der Uni und mein Dozent hat mich da immer richtig geknechtet. Er hat gesagt, sonst schaffen sie die Prüfungen nicht. Dann habe ich ihm irgendwann gesagt, die muss ich gerade nicht mehr schaffen, ich bin eh bald weg. Und dann war das noch ein richtig, richtig schönes halbes Jahr. Und dann habe ich bei der Polizei angefangen.
Würden Sie rückblickend was anders machen?
Ja, also rückblickend würde ich auf jeden Fall den Sprachzweig nehmen, anstatt den Mathematik- und Technischen Zweig. Nicht, weil ich mir dann vielleicht direkt leichter getan hätte, aber weil es mir jetzt für mein Leben auf jeden Fall mehr bringen würde. Also die Interessen, die ich jetzt habe, auch was ich beruflich mache, da würden mir die Sprachen direkt deutlich mehr bringen als wahrscheinlich jedes andere Fach. Wahrscheinlich hätte mir da sogar Wirtschaft für mein Leben jetzt noch mehr gebracht als der Technik-Zweig damals.
Welche Vorbilder auch aus der Schule haben Ihren Weg geprägt?
Ja, ganz konkret irgendwie ein großes Vorbild gibt es nicht. Ich weiß auch gar nicht, ob die Sichtweise so zeitgemäß ist, aber ich bin immer wieder auf Menschen getroffen, die super spannende Dinge getan haben oder eine schöne, eine tolle Art und Weise hatten, wie sie mit anderen Leuten umgegangen sind oder wie sie das Leben ganz generell gesehen haben. Und da gibt es super viele Menschen. Das war zum Beispiel jetzt, Leute, die ihr kennt, jetzt, die Frau Went in der Schulzeit, die hat einem immer schon richtig viel Verantwortung gegeben als Schüler, als Schülerin. Ich weiß nicht, ob ihr das auch merkt. Hoffentlich merkt ihr das, hoffentlich hat Sie damit nicht aufgehört. Und wenn man merkt, dass man Vertrauen bekommt und wenn eine Verantwortung gegeben wird, dann merkt man erst, wie viel man eigentlich selber kann und wie man an den Sachen wachsen kann. Und das auch erst mal, wenn man vielleicht frei da ist. Also ich war ja eine weile Schülersprecherin auch bei uns und wir haben da mit der SMV manchmal so viele Dinge machen wollen und dann parallel angestoßen, dass ich zusammen mit der Schule da manchmal gefühlt gar nicht hinterhergekommen bin. Also ich hatte so viel Freizeitstress, sodass ich einen Mininervenzusammenbruch irgendwann mal hatte und dann war ich bei ihr gesessen und sie hat es gemerkt und hat gesagt, ja, das habe ich schon kommen sehen, aber es ist eine wichtige Erfahrung für dich. Hier setz dich mal hin, hier hast du fünf Minuten, beruhige dich mal wieder, komm und dann gehst du raus und machst weiter. Und das fand ich richtig schön, weil wir in Anführungszeichen ja jetzt noch hier sind, uns natürlich auch total erwachsen schon fühlen, aber eigentlich sind wir noch Kinder und müssen viele Dinge ausprobieren. Wir müssen auch mal scheitern, wir müssen auch mal dumme Dinge tun und es lernen. Und ich habe an der Realschule immer das Gefühl gehabt, genau das dürfen wir. Und deswegen war ich super froh, dass ich an die Realschule gekommen bin. Herr Wasserbauer hat uns mit der SMV super gut immer betreut, war selber total begeistert von vielen Dingen. Damals im ersten Jahr war es, glaube ich, Bodybuilding, Fitnessstudio, zwei Jahre später war es dann Triathlon, ich weiß nicht, was er heute macht, ich glaube Tischtennis habe ich irgendwie mitbekommen, zumindest mit seinen Kindern. Und der hat da so gebrannt für und das fand ich total schön. Und das habe ich mir sozusagen abgezwackt und nehme das mit, dass wenn immer ich irgendwas total spannend und interessant finde, dann hinterfrage ich mich, warum ist das gerade so? Und meistens gehe ich dem dann erstmal immer nach, so wie jetzt beim Strongman zum Beispiel. Weil vielleicht wird ja was Gutes draus oder vielleicht habe ich nach einem halben Jahr halt keine Lust mehr. Aber dann kann ich es ja wieder sein lassen. Ich glaube, das macht das Leben total aus. Und dankbarerweise gab es ja bei mir auch schon das Internet, was immer mehr kam, wo man auch soziale Medien hatte und ganz viel googeln konnte und Blog-Einträge, Blogger waren ganz groß. Und das war so ein kleines Fenster in die Welt raus, wo man plötzlich ganz anderen Leuten folgen konnte und schauen konnte, was die hier machen, wie die über Dinge denken. Und das ist eine der größten Chancen, die wir so haben, dass wir mitbekommen, wie andere Leute denken, die jetzt nicht bei uns um die Ecke wohnen oder mit denen wir nicht zur Schule gehen. Da kann ich nur sagen, schaut euch an, was wer macht und zwackt euch das Beste von jedem ab. Ihr seid individuell so, wie ihr seid. Also ein Vorbild zu haben und dem nachzueifern, geht meistens eh schief, weil man einfach ein anderer Mensch ist. Aber eine gute Mischung aus, man sagt ja auch, man ist die Mischung aus den fünf Leuten, mit denen man sich am meisten umgibt.
Wer war denn Ihr Lieblingslehrer oder Lehrerin?
Lieblingslehrer würde ich sagen, ich glaube jetzt heißt sie Frau Riedl, Frau Riedl war damals noch nicht verheiratet, und der Herr Wasserbauer. Die hatte ich direkt am Anfang, als ich dann gewechselt bin, so in der siebten Klasse, was dann auch ein Stück weit schwierig ist, wenn man dann so als neuer Schüler zwischendrin mit reinkommt. Bei denen hat es einfach super viel Spaß gemacht, direkt von Anfang an. Und die haben einem das Gefühl vermittelt, dass man irgendwie cool ist, so als junger Mensch. Und haben einen die ganzen Jahre weiter begleitet, mit all seinen Veränderungen, die man so gemacht hat. Also ich habe sehr regelmäßig meine Frisuren und Haarfarben gewechselt. Und ich habe nie das Gefühl gehabt, dass es irgendjemand jetzt mal doof fand oder so, sondern die haben einen so richtig als Eva gesehen, und das fand ich richtig schön.
Haben Sie in deiner Schulzeit mal etwas Unerlaubtes getan?
Ja, ich glaube, es ist auch wichtig, dass wir das tun, wie gesagt, weil wir sind junge Menschen. Irgendwie ist man darauf ausgelegt, dass wir Grenzen überschreiten und antesten. Aber jetzt kommt die Polizistin in mir hervor, man muss sich halt immer der Konsequenzen bewusst sein und die bereit sein zu akzeptieren. Ich habe da jetzt sehr lange drüber nachgedacht, und ich bin jetzt doch ein bisschen offener, als ich sein wollte. Also ich habe viel gespickt in der Schulzeit. Aber nicht, weil ich zu faul war zum Lernen, sondern weil ich richtig Angst hatte vor Tests, die einfach zum Beispiel Vokabeln oder Lücken oder sowas abfragen. Weil ich dachte, in dem Moment schaffe ich es nicht genau, die Antwort abzuliefern, aber dieser Leistungsdruck mit den Noten im Nacken sitzt. Und da habe ich echt ein Stück weit Angst entwickelt. Und wenn immer ich wusste, dass es einfach nur so eine Merk-Auskotz-Frage sein wird und sowas drankommt, dann habe ich mir die Sachen vorgeschrieben und versucht, alle mitzunehmen, dass ich da zur Not die letzten Sachen, die ich vielleicht in so einem Mini-Blackout habe, dass ich die dann auch noch hinschreiben kann. Ich finde dieses Format ganz, ganz schlecht. Auch bis heute noch im Studium bin ich gar kein Test-Typ. Was mir viel leichter fällt, sind Projektarbeiten oder große Dinge auszuarbeiten, auszuformulieren, wo ich wirklich selber was mitmachen kann, weil ich dann einen Prozess habe, wo ich das abarbeite und am Ende mein Ergebnis abgebe. Da habe ich gar keine Bedenken, aber immer dieses Testformat. Und genau jetzt, in diesem Moment, diese eine Antwort wissen. Manchmal verstehe ich auch die Frage gar nicht richtig, was will der eigentlich jetzt hinaus? Das war so gar nicht meins. Und das war damals mein Weg, damit umzugehen, auch wenn es natürlich ein illegaler war. Ich will da jetzt keinen anstiften, das zu tun. Das ging auch mal richtig gut nach hinten los, später dann. Und da musste ich dann auch die Konsequenzen tragen. Das war das Unerlaubte, an was ich mich leider sehr gut erinnere. Das ist auch immer ein echt doller Nervenkitzel. Ich war immer froh, wenn alles okay war.
Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann….
Dann würde ich jedem Menschen das geben, was er verdient. Also die, die faul sind, sollen ein nicht so schönes Leben haben. Oder sollen nicht die besten, tollsten Dinge irgendwie erreichen können. Und die, die wirklich hart dafür arbeiten und es sich wirklich ganz doll wünschen, die sollen es auch erreichen. Und die, die sich mit ihren Mitmenschen viel Mühe geben und tolle Freunde sind, die sollen auch die besten Freunde der Welt haben. Das würde ich mir wünschen. Dass nicht so viel am Glück hängt, sozusagen. Oder dass das Glück nicht manchmal zwischenrein pfuscht. Oder Leute plötzlich verletzt werden oder sterben. Oder Verunglücken, die es gar nicht verdient hätten.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Ich würde sagen, dass ich mir ein wirklich tolles Umfeld aufgebaut habe. Bis jetzt. Ich habe ja vorhin gesagt, man ist irgendwie die Summe der Menschen, mit denen man sich am meisten umgibt. Und ein Stück weit hat mich das auch Amerika gelehrt. Weil dort wird es einfach total offen ausgesprochen. Hier in Deutschland ist es ja so ein bisschen verpönt. Es ist auch so, über Menschen zu reden als Ressource. Aber ein Stück weit ist es so. Wenn du merkst, dass dir jemand Energie zieht, oder du immer für einen anderen mitarbeiten musst, das kann auch in der Schule sein, nie macht einer seine Sachen bei einer Teamarbeit, dann versuch nicht mehr, mit ihm in einem Team zusammenzuarbeiten. Versuch, dich mit Leuten zu umgeben, die für dich eine Bereicherung darstellen. Das muss nicht sein, weil die die cooleren Hobbys haben, und du dann mitkommst. Das kann sein, weil der Mensch richtig clever ist, oder eine super interessante Sichtweise auf Dinge hat. Gerade diese Dinge, die man gerne übersieht, das ist wirklich wichtig. Wenn man eine Person kennt und findet, und vielleicht ist es nur ein loser Kontakt, wo man gar nicht beste Freund oder beste Freundin werden kann, weil man zu weit auseinander wohnt, dann ist es aber sehr sinnvoll, daran festzuhalten. Für bestimmte Momente diesen Menschen anzurufen und nachzufragen, wie siehst du das?
Was ist Ihr peinlichstes Erlebnis aus deiner Schulzeit oder während Ihrer Karriere?
Da gibt es tatsächlich keins. Es klingt jetzt vielleicht abgedroschen, aber ich wüsste gar nicht, was mir peinlich ist. Ich kann sehr gut über mich selbst lachen, ich bin ein tollpatschiger Mensch, mir gehen viele Sachen schief beim Sport. Manchmal in den dümmsten Momenten fängt man an zu pupsen, weil Druck aus dem Körper entweicht. Jetzt würde man vielleicht sagen, wie peinlich, aber ich muss sagen, das ist mir nicht peinlich, weil das gehört irgendwie dazu. Da lache ich dann drüber mit den anderen und sage, oh des war aber jetzt laut, aber eigentlich ist mir nichts peinlich!
Welche übermenschlichen Fähigkeiten hätten Sie gerne?
Dass ich sehen könnte, warum Menschen tun, was sie tun. Dass am besten verschiedene Gesprächsblasen oder Denkblasen aufploppen und man sieht, da und da hat derjenige die Erfahrung gemacht und deswegen macht er das jetzt gerade anders. Oder dass man direkt eine kleine Hintergrundstory zu Reaktionen von Menschen bekommt. Oder auch, wenn man sich denkt, wer bist du denn? Warum bist du so, wie du bist? Dass man dann sehen könnte, warum es der Fall ist. Also gar nicht so sehr Gedanken lesen, sondern einfach mal rauszoomen und eine kurze Mini-Lebensgeschichte zu bekommen, das fände ich super spannend.
Welche Ziele haben Sie noch?
Mein Ziel ist es, viele Dinge zu erleben. Wie das aussieht, kann ich gar nicht sagen. Hätte ich euch vor 10 Jahren auch nicht sagen können, genau was ich jetzt mache. Aber dass es ein Stück weit so weiter geht und ich noch viele interessante Dinge erleben darf, dass ich noch, was von der Welt sehe, dass ich noch ein Stück weit reisen kann, noch ein paar andere Kulturen erleben kann, dass ich eine Familie gründe, dass ich Kinder bekomme. Das wäre noch ein Ziel von mir und ich würde sagen, das ist es.
Was sind da vielleicht noch konkrete Ziele?
Also ich starte jetzt bei den Tactical Games. Das sagt euch wahrscheinlich gar nichts, das sagt vielen Leuten nichts. Das ist eine Mischung aus Strongman, Strongwoman Sport, aus Rennen, also längere Distanzen und auch Sprints mit einer Gewichtsweste allerdings und das eingebettet in einen Schießwettkampf mit Langwaffe und Kurzwaffe, also Pistole und Gewehr. Und das ist ein Format, das kommt aus den USA, das gab es in Europa letztes Jahr das allererste Mal und findet jetzt dieses Jahr in Polen und in Italien statt. Und da ist mein Hauptfokus dieses Jahr drauf. Da nehme ich teil. Da will ich gut abschneiden. Mein Ziel wäre es, da die Beste in Deutschland zu werden und dann will ich nicht zu große Stücke abbeißen, aber dann vielleicht auch europaweit da an der Spitze auf jeden Fall mitzuspielen, vielleicht auch in die Staaten, irgendwo zu WM fliegen zu dürfen. Und für mich selber wären 200 Kilo Deadlift, also Kreuzheben 200 Kilo, das wäre so eine Lebensbenchmark, die würde ich gerne erreichen. Ja, gesund bleiben muss man ja auch dazu sagen bei dem Sport.
Wie oft fahren Sie dann auf solche Wettbewerbe?
Ich sag mal so, je nachdem wie groß sie sind und wie intensiv ich mich vorbereite, sind es wahrscheinlich so sechs bis acht pro Jahr. Aber gibt es auch jetzt welche in Deutschland oder sind die alle im Ausland? Von diesem Schießwettkampf gibt es momentan noch keinen in Deutschland, da ist aber einer geplant. Da kenne ich auch die Leute, die das praktisch organisieren wollen. Ansonsten habe ich aber in Fulda jetzt die deutsche Meisterschaft gehabt, zum Beispiel im Strongman. Also da hatte ich jetzt einen Wettkampf und in vier Wochen fliege ich nach Georgien auf die Europameisterschaft.
Und was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Dass ihr mutig sein sollt, ist so leicht gesagt, aber dass ihr wirklich einfach Dinge anpackt und macht. Wenn euch was interessiert, dann nehmt euch eine Viertelstunde und lest euch da weiter ein. Wenn ihr irgendwas gerne machen möchtet, dann versucht Wege zu finden, wie es umzusetzen ist. Mit meinem Amerika-Stipendium zum Beispiel. Alle denken sich da, sie hat sich beworben, hat es bekommen. In Wirklichkeit habe ich mich aber im Hintergrund zwei Jahre krumm dafür gemacht und habe genau überlegt, was wollen die dort, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Ich habe bei Kunstwettbewerben, mitgemacht, nur mit dem Ziel zu gewinnen. Nicht, weil es mir Spaß macht, sondern nur, dass ich es da reinschreiben kann. Und habe das so ganz strukturiert rückblickend, also eigentlich schon fast ein bisschen fanatisch angegangen. Aber ich wollte das unbedingt und ich habe mich nicht nur auf eins beworben, sondern auf 5 parallel und alles war ein bisschen unterschiedlich. Ich musste zu unterschiedlichen Auswahlverfahren auch fahren. Ich glaube mit 15 bin ich dann alleine nach Berlin gefahren. Auch krass, dass meine Eltern mich das rückblickend haben machen lassen. Ich habe mir dann ein Hostel gebucht, war dann in einem 12er Schlafsaal irgendwie, als Allerjüngste und bin dann halt von dort zu diesem Interview und danach mit dem Zug wieder heimgefahren. Aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg und es gibt Leute, die einen unterstützen, wo man es vielleicht gar nicht von erwartet. Sprecht auch über eure Ziele und über eure Träume. Nur so ist es möglich, dass andere davon wissen und euch auch helfen können und euch auch Tipps geben, weil man selbst weiß am allerwenigsten eigentlich. Und wenn man da praktisch vornehme Zurückhaltung walten lässt und erst dann davon erzählt, wenn man es erreicht hat, dann hat man wahrscheinlich sehr viel Potenzial vergeben, wo andere Leute Ihnen auf einem auf dem Weg noch hätte helfen und Tipps geben können.
Ja, also wir haben jetzt noch ein paar Entweder-oder-Fragen.
Sommer oder Winter? Winter.
Mathe oder Deutsch? Deutsch.
Morgenmensch oder Nachteule? Nachteule.
Kopfmensch oder Bauchmensch? Bauchmensch.
Kochst du lieber selbst oder
gehst du lieber essen? Lieber kochen.
Und Kunst oder Musik? Kunst.
Berge oder Meer? Meer.
Zehn Minuten zu früh oder
zehn Minuten zu spät? Auf jeden Fall zehn Minuten zu spät.
Messi oder Ronaldo? Gar nichts mehr von beiden.
Kino oder Theater? Kino
Liebe Frau Deutsch,
vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um dieses Interview mit uns zu führen. Wir wünschen Ihnen für Ihren beruflichen Werdegang und auch privat von Herzen alles Gute!
Dankeschön!
Ihre Klara Zeitz, ihre Anna Rützel und Ihre Stefanie Greb
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Name: Thomas Helbling
Abschlussjahr: 1983
Heimatort:zuerst Sulzfeld, dann Herbstadt
Jetziger Wohnort:Bad Königshofen
Fame:1. Bürgermeister der Stadt Bad Königshofen
„Kenn die Gesichter, jedes Haus und jeden Laden“
Peter Fox
Was sind Ihre schönsten Erinnerungen an Ihre Schulzeit?
Der Skikurs. Der Schulskikurs in der 9. Klasse war es, glaube ich.
Eine Anekdote habe ich noch: Ich war in der 9. Und 10. Klasse Klassensprecher und wir wollten als Abschlussfahrt 1983 mit der Parallelklasse an den Bodensee. Ich habe damals alle Jugendherbergen rund um den Bodensee, also auch in Österreich und der Schweiz, angeschrieben, Und damals hat man ja noch mit Schreibmaschine geschrieben und da gab es noch den Durchschlag mit Blaupause. Dann hatten wir zwei Zusagen und haben uns für die Schweiz entschieden, Romanshorn, auf der Schweizer Seite gegenüber von Friedrichshafen. Und dann sind die zwei Klassen mit einem Bus runtergefahren, als Lehrer waren die Feichts und der Herr Kiesel dabei. Auf jeden Fall wollen wir dort aussteigen, kam der Jugendherbergsvater und sagt, was, ich hab euch erst nächste Woche erwartet. Ich hab meinen Durchschlag raus und hab gesagt, hier, Datum ist richtig. Oh je! Dann hat er sich am Kopf gekratzt und gesagt, wartet mal. Und dann kam er nach zehn Minuten, ist in den Bus eingestiegen und meinte, ich fahr mal mit, ich zeug euch was. Dann sind wir auf den Pausenhof einer Schule gefahren und dann ging so eine Rampe nach unten zu einem Atombunker. Und dann hat er gesagt, hier könnt ihr übernachten. Dann sind wir da rein, und dann gab es links und rechts so Abteile und 4 Doppelbetten waren immer abgeteilt. Die Lehrer haben dann gesagt, die Mädels links, die Buben rechts und die Lehrer haben da in der Mitte geschlafen. Und da waren wir in dem Atombunker und er hat gesagt, verpflegt werdet ihr in der Jugendherberge. Das war natürlich super, weil wir abends keine Schlusszeit hatten. Auch die Lehrer haben später immer wieder von dieser Abschlussfahrt erzählt. Die war auch echt klasse. Wir Jungs haben damals dort einen Sportstudenten aus der Schweiz kennengelernt und die haben uns eingeladen, gegen die Fußball zu spielen und Feldhockey. Fußball haben wir gewonnen, Feldhockey haben wir verloren und abends haben wir dann am Bodensee zusammen gefeiert. Also, das war wirklich toll!
Welchen Zweig hatten Sie?
Mathematisch-technisch. Und dann bin ich in die Bank gegangen.
Wo haben Sie denn Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Das gab es damals nicht.
War es schon immer Ihr Traum, Bürgermeister zu werden? Oder wie sind Sie darauf gekommen?
Da habe ich überhaupt nicht dran gedacht. Also ich habe 1983 Abschluss gemacht. Ich wollte damals zur Polizei, Zoll, Bundesgrenzschutz. Also Bundespolizei, Bundesgrenzschutz wollte ich unbedingt. Und die drei Bewerbungen hatte ich geschrieben und beim Zoll bin ich genommen worden. Bei meinem erstem Beruf war ich Zollbeamter. Und habe dann am 1.11., also im Juni waren wir ja fertig, am 1.11. habe ich dann erst die Ausbildung begonnen. Da habe ich vorher noch einen Ferienjob gemacht bei Knauf und bei der BayWa, also Agrar. Und am 1.11. hatte ich praktisch zwei Jahre Ausbildung gehabt und bin dann direkt danach hierhergekommen. Da war ja damals die Grenze geschlossen und da hat man ja nur so Grenzaufsichtsdienst gehabt, also die Grenze abfahren praktisch. Dann bin ich direkt nach Königshofen gekommen. Also da hatte ich großes Glück. Ich hatte ja bundesweit Einsätze.
War die Ausbildung dann damals auch schon in Oerlenbach?
Nein, das war Bundespolizei oder Bundesgrenzschutz. Wir waren praktisch in Nordbayern. Nürnberg war unser Arbeitgeber, Oberfinanzdirektion Nürnberg. Und die Ausbildung und das Praktikum war alles im Raum Hof. Also an der tschechischen und an der ehemaligen DDR-Grenze im Raum Hof. Und die Schule, die war in der Nähe von Nürnberg. So ein kleines Internat. Und der Abschlusslehrgang war in Bad Gandersheim. Das war bei Hannover.
Sie hatten gesagt, das war Ihr erster Beruf, aber Sie hatten vorhin auch von der Bank gesprochen.
Also, ich bin nicht gebürtig von hier, bin aber seit meinem dritten Lebensjahr hier. Und ich wollte hier nicht weg. Und durch die Grenzöffnung 1990 hätte ich ja weggemusst an irgendeinen Großflughafen. Frankfurt, Stuttgart, München oder so. Und das wollte ich nicht. Meine Frau ist auch aus Königshofen. Die wäre sogar damals mit, die wollte unbedingt weg. Aber ich nicht. Und dann habe ich praktisch gesagt, was könnte ich denn machen. Und dann war ich schon Kunde in der Sparkasse. Und ich hatte ja keine Buchführung, kein Rechnungswesen. Das hatte ich alles nicht. Ich war dann 24 und habe ich mich beworben in Neustadt bei der Sparkasse. Habe gesagt, das könnte ich mir eigentlich vorstellen. Da habe ich, glaube ich, die Woche drauf einen Vorstellungstermin gehabt. Und normalerweise haben die ja ein Jahr vorher schon Bewerbungsfrist. Und das war April und ich habe dann sofort die Zusage gekriegt für August. Da habe ich Glück gehabt, ja. Ich habe zwei Bewerbungen in der Sparkasse gemacht, Neustadt und Schweinfurt und ich hätte bei beiden anfangen können. Also ich hatte ein gutes Zeugnis damals. Aber eben nicht Kaufmännisch.
Wie ging dann dieser politische Weg weiter? Waren Sie schon immer im Stadtrat oder Gemeinderat tätig?
Also, der frühere Bürgermeister, der Clemens Behr, der war bis 2008 mein Vorgänger, auch 18 Jahre lang. Und den habe ich schon gekannt. Also vom Fußball, der stammt aus Herbstadt und hat dort auch Fußball gespielt, wie ich auch. Und der hat mich damals bei seiner letzten Wahl, also 2002, hat er mich damals gefragt, Mensch, du könntest mich doch ein bisschen unterstützen, da habe ich gesagt, was muss ich denn machen? Na, du gehst mal mit auf die Liste für den Stadtrat. Da war ich damals auf Platz 15 als junger Kerl. Und dann waren viele Etablierte schon da. Und dann bin ich wirklich vorgewählt worden auf Platz 5. Das hatte ich auch der Sparkasse zu verdanken, weil ich da relativ bekannt war. Früher gab es diesen Sparkassenbus noch. Also hier ist ja eine sehr große Geschäftsstelle. Davon gab es früher noch eine in Sulzfeld und in Saal. Und die ganzen anderen Dörfer, die wurden eigentlich mit einem 7,5 Tonnen Bus, gepanzert, abgefahren. Den habe ich 7 Jahre gefahren. Das war eine schöne Zeit, weil man einen guten Kontakt hatte. Und ich habe mich dann weitergebildet zum Fachwirt und bin dann nach innen in die Filiale gekommen. Und da bin ich dann in den Stadtrat gewählt worden auf Platz 5. Dann war ich 6 Jahre im Stadtrat und dann hat der Vorgänger gesagt, auch aus gesundheitlichen Gründen, er hört auf. Und dann ging es darum, wer Nachfolger wird. Ich hätte mich in der Schule nie vor 100 Leute hingestellt und irgendwas geredet. Ich war da sehr zurückhaltend. Und da hatte mir aber die Sparkassen schon geholfen, weil ich da immer mit vielen Leuten zu tun hatte. Ob das jetzt ein Firmenchef, ein Arzt, Landwirte, Angestellte, Familien waren. Und das hat mir wirklich geholfen. Den Beruf kann ich nach wie vor auch empfehlen. Dadurch war ich eben hier bekannt und bin dann auch in den Kreisrat eingewählt worden. Und eben auch als Bürgermeister, obwohl ich eigentlich Außenseiter war. Mein Gegenkandidat war der Werner Angermüller, der Kurdirektor. Der war Urkönigshöfer, katholisch, was ich nicht bin. Und das war sensationell, dass ich damals Bürgermeister geworden bin.
Was war Ihr Lieblingsfach, was Ihr Hassfach?
Hassfach war Physik. Und Lieblingsfächer waren Geschichte und Erkunde.
Obwohl Sie im technischen Zweig waren, war Ihr Hassfach trotzdem Physik?
Ja, das lag an dem Lehrer bzw. an der Lehrerin, die nicht mehr da ist.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Ich war Klassensprecher in der 9. und 10. Klasse und ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu unserem Klassenleiter Herrn Feicht. Der müsste jetzt schon um die 80 sein. Karl-Heinz Feicht, der war Deutsch- und Geschichtslehrer und hatte Erziehungskunde. War nicht so ein eifriger Lehrer, aber er war wirklich ein Pfundskerl. Und die Frau auch. Als das mit Zoll aufgehört hat, hatte ich keine Familie mehr hier. Also meine Mutter, die ist dann weggezogen. Einen Vater habe ich schon lange keinen mehr. Der ist gestorben, da war ich elf Monate alt. Und dann habe ich gesagt, Mensch, ich brauche mal ein wenig Rat. Die Eltern meiner damaligen Freundin waren auch keine große Hilfe, dann bin ich zu den Feichts und hab gefragt, was soll ich denn machen? Und dann haben sie gesagt, na ja, was interessiert dich denn und was könntest du machen und so weiter. Und dann habe ich gesagt, ja, dann bewerbe ich mich bei der Sparkasse. Und dadurch sind wir da drauf gekommen. Da habe ich immer noch ein super Vertrauensverhältnis gehabt, also, das war Hammer. Ich hatte zu Lehrern nur ein gutes Verhältnis gehabt. Also bis auf Physik. Die Lehrerin war in Ordnung, aber die hat es einfach nicht rübergebracht. Das war die Schwierigkeit. Trotzdem habe ich zum Schluss aber wirklich einen sehr guten Abschluss gehabt. Nur in Physik habe ich die einzige Vier gehabt.
Würden Sie rückblickend irgendetwas anders machen?
Ich wüsste nicht, vielleicht ab und zu mal im Amt öfter Nein sagen. Aber ansonsten, nee, der Weg war jetzt schon ein Aufstieg. Im Grunde als Bürgermeister ist das ja auch noch eine Einstufung als Beamter, ist mehr wie höherer Dienst. Und ist eben viel von dem Arbeitsaufwand und der Zeit. Aber ich hatte ja eigentlich, sagen wir, mittleren Schulabschluss und habe dann den Fachwirt gemacht. Das ist praktisch einem Fachabitur gleichgestellt. Aber jetzt das Bürgermeisteramt, da habe ich 100 Mitarbeiter bei uns in der Stadt selber. In Bezug auf meinen Weg habe ich eigentlich doch Einiges richtig gemacht.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit etwas Unerlaubtes getan?
Ja, also einmal habe ich vom früheren Direktor, dem Herrn Geißler, da habe ich mal einen Verweis gekriegt, weil wir in der Halle rumgerannt sind. Und dann gab es etwas mit der Frau Braun, das war also unsere Lieblingslehrerin. Die kam immer nicht in die Pötte. Also, wenn Pause war, dann mussten wir aus dem Klassenzimmer früher raus. Sie hatte damals noch die Bibliothek geleitet und musste dann immer alles zuschließen und kam dann nicht bei. Und dann waren wir erst alle noch unten in der Aula, aber unser Klassenzimmer war oben. Sie hatte dann mal den Stücken stecken lassen und dann hab ich zugeschlossen und wir sind ab ins Klassenzimmer. Und sie hat gegen die Tür gehämmert. Ich bin dann aber doch gleich wieder runter und hab aufgeschlossen.
Und dann kam sie. Also sie war wirklich lieb und nett und alles, aber da war sie auf jeden Fall zornig. Sie hat gesagt, ich mach nicht eher mit dem Unterricht weiter, bis der sich entschuldigt hat, der es war. Und ich war gut in Englisch und ein bisschen ihr Liebling. Und ich war dann hier in der vorletzten Reihe, und habe dann gesagt, Frau Braun, es tut mir leid, ich war das. Was? Du warst das? Sie hat mich die ganze Stunde, ich hab immer mitgearbeitet und mich gemeldet, nicht dran genommen. Keines Blicks gewürdigt. Und dann ein paar Wochen später mussten wir wie immer in der Pause raus aus dem Klassenzimmer. Und ich hab ein bisschen lang nach meinem Pausenbrot gekramt. Auf jeden Fall ist sie vor mir hinaus, Tür zu, abgeschlossen. Unbeabsichtigt. Und ich war da. Und da hab ich in der nächsten Stunde gesagt, Frau Braun, Sie haben mich eingesperrt im Klassenzimmer. Und dann hat sie gesagt, na, dann sind wir ja jetzt quitt. Und dann war alles gut, also die war nicht nachtragend oder böse oder sowas. Das hat sie auch immer wieder erzählt. Und da haben die anderen Lehrer, also ganz strenge Lehrer, wie zum Beispiel der Herr Mantel, den hatte ich auch mal gehabt, der hat mich auch mal angefahren deswegen. Da hab ich gesagt, die Frau Braun hat mir schon verziehen.
Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann...
… wünsche ich mir, dass meine Familie und ich lang gesund bleiben.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Ja, im Grunde schon, was ich beruflich erreicht habe. Und aber auch auf Familie, Frau, Tochter, Enkelkind.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Manchmal möchte man wissen, was andere Leute denken.
Welche Ziele haben Sie noch oder was haben Sie jetzt vor, denn am 1. Mai endet Ihre Bürgermeisterzeit.
Dann gehe ich in eine Art Vor-Ruhestand. Ich bin heuer 60 geworden und aus gesundheitlichen Gründen kann man eher gehen. Gut, Bürgermeister ist immer auf sechs Jahre. Das ist so wie beim Arbeitnehmerzeitvertrag. Aber das ist bei uns halt noch, dass die Bürger einen wählen. Das ist so.
Welche Ziele haben Sie sich abgesehen vom Beruflichen für den Ruhestand gesetzt?
Ja gut, ich würde mit meiner Frau auch gerne mal ein bisschen reisen. Also nicht zu weit, weil das lange Reisen, lange Flugreisen, das mag ich nicht. Aber so in Europa würde ich schon noch ein bisschen was sehen. Was wir eigentlich gerne bisher an Urlaub mal gemacht haben, so spanische Inseln. Kanaren und Mallorca auch. Aber auch jetzt ein paar europäische Hauptstädte vielleicht noch.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Bleibt neugierig, auch aufs Berufsleben. Die Schule ist eigentlich der Grundsatz dafür, unabhängig von der Erziehung der Eltern, aber da kriegt man eigentlich ein gutes Vorbild. Und die Realschule hat schon seit meiner Zeit einen hervorragenden Ruf. Ich weiß es immer von der Sparkasse auch. Die Leute die dann gekommen sind, waren immer gute Leute, immer. Und bleibt einfach neugierig. Und es wird auch vielleicht nicht der erste Beruf der richtige sein, den man praktisch machen will bis zum Rentenalter. Und was ich gut finde, sind die Praktika. Man muss sich was zutrauen auf jeden Fall. Bleibt neugierig, traut euch was zu. Und die Arbeitgeber, egal was es ist, die brauchen euch. Ihr seid gesucht. In der Zeit, wo ich damals Schulabschluss gemacht habe, war es keine Seltenheit, dass die Leute 40, 50 Bewerbungen geschrieben haben. Das ist heutzutage anders, da kann man sich ja, was man in etwa machen will, schon relativ gut aussuchen. Auch wenn jetzt vielleicht nicht die erste Bewerbung klappt, aber normalerweise brauchen die Firmen euch. Gerade im technischen Bereich. Meiner Ansicht nach findet da jeder, der will, eine Stelle.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? Sommer
Messi oder Ronaldo? Ronaldo, ich bin Fußballfan
Mathe oder Deutsch? Mathe
Kino oder Theater? Kino
Berge oder Meer? alles zu seiner Zeit, ich mag beides
10 Minuten zu früh oder 10 Minuten zu spät? zu früh
Morgenmensch oder Nachteule? Morgenmensch
Kopfmensch oder eher Bauchgefühl? Kopfmensch
Selbst kochen oder Essen gehen? ich grille nur
Kunst oder Musik? Musik
Sehr geehrter Herr Helbling,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um mit uns dieses Interview zu führen. Wir wünschen Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg und vor allem privat von Herzen alles Gute.
Dankeschön!
Ihre Sarah Wiener und Stefanie Greb
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Name: Hannes Wirsing
Abschlussjahr: 2021
Heimatort:Ottelmannshausen
Jetziger Wohnort:Ottelmannshausen
Fame:Deutscher Meister im Handwerk Sparte KFZ-Mechatroniker
„Wenn ich groß bin, will ich Handwerker sein“
Julian Sommer & Mickie Krause
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Der Skikurs in der 8. Klasse war meine schönste Erinnerung.
Welchen Zweig hatten Sie?
Ich hatte den Mathematischen Zweig.
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Beim Autohaus Hölzer habe ich mein Praktikum gemacht.
War es schon immer Ihr Traum KFZ-Mechatroniker zu werden und wie sind Sie darauf gekommen, gerade diesen Beruf auszuüben?
Ich habe mich während des Praktikums dafür entschieden.
Was war Ihr Lieblingsfach, was Ihr Hassfach?
Lieblingsfach war Physik, mein Hassfach war Englisch
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Das Miteinander sein.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
Erst die Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker, dann die Meisterschule.
Würden Sie rückblickend irgendetwas etwas anders machen?
Die Schulzeit mehr genießen
Wer war Ihr Lieblingslehrer/Ihre Lieblingslehrerin?
Der Peter Fischer
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Natürlich nicht 😊
Worauf sind Sie besonders stolz?
Ich bin dieses Jahr Worldskills Teilnehmer in Shanghai.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Gedanken lesen
Welche Ziele haben Sie noch?
Gesund zu bleiben
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Genießt eure Schulzeit.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? Sommer
Messi oder Ronaldo? ---
Mathe oder Deutsch? Mathe
Kino oder Theater? Kino
Berge oder Meer? Berge
10 Minuten zu früh oder 10 Minuten zu spät? 10 Minuten zu früh
Morgenmensch oder Nachteule? Nachteule
Kopfmensch oder Bauchmensch? Kopfmensch
Selbst kochen oder essen gehen? essen gehen
Kunst oder Musik? Kunst
Lieber Herr Wirsing,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unseren Fragebogen zu beantworten.
Wir wünschen Ihnen weiterhin von Herzen alles Gute für Ihren beruflichen und privaten Lebensweg!
Dankeschön!
Ihr Reporterteam der Realschule
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Name:Rebecca Lingerfelt
Abschlussjahr: 1997
Heimatort:Großbardorf
Jetziger Wohnort:Großbardorf
Fame:Kreisbaumeisterin LRA Rhön-Grabfeld
„Ich bau ‘ne Stadt für dich“
Cassandra Stehen feat. Adel Tawil
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Meine Klassenkameraden, Projektarbeiten/Schulhausgestaltungen, Klassenfahrten und natürlich unsere Abschlussfahrt.
Welchen Zweig hatten Sie?
Kaufmännisch
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Architekturbüro Leicht in Bad Königshofen
War es schon immer Ihr Traum Kreisbaumeisterin zu werden und wie sind Sie darauf gekommen, gerade diesen Beruf auszuüben?
Der Beruf der Kreisbaumeisterin baut grundlegend auf den Qualifikationen einer Architektin bzw. Bauingenieurin auf. Architektin zu werden gehörte, neben dem Wunsch, Floristin zu werden, schon immer zu meinem Traumberuf.
Letztlich überzeugten mich die Vielseitigkeit des Aufgabenspektrums, die damit verbundenen Anforderungen sowie die verantwortungsvollen Tätigkeiten einer Kreisbaumeisterin, die mich nach langjähriger Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen dazu bewegten, mich im Jahr 2021 auf diese Stelle zu bewerben.
Was war Ihr Lieblingsfach, was Ihr Hassfach?
Lieblingsfächer waren Geometrie, Geschichte (Antike), Kunst bzw. Werken und Sport, mein Hassfach war Deutsch.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Die engen Freundschaften, die Unbeschwertheit des Alltags, Schulveranstaltungen, Tafeldienst, die viele Freizeit bzw. Ferien sowie den Blödsinn während des Unterrichts.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
6 Monate Vorpraktikum in einer Schreinerei
1998-2001
6 Semester Blocherer-Schule München
Berufsfachschule für Innenarchitektur und Mediendesign staatlich anerkannt mit Zusatzqualifikation vergleichbar dem heutigen Bachelor
2001-2009
tätig in einem Planungsbüro
2009-2010
Berufsfachschule Bautechnik Walter-Gropius-Schule Erfurt
2010-2015
10 Semester FH Erfurt (M. Eng.)
Masterstudiengang Konstruktiver Ingenieurbau und Bauwerkserhaltung
2015-2021
tätig als Bau- und Projektleitung in einem Bauunternehmen
seit September 2021
tätig im LRA Rhön-Grabfeld als Kreisbaumeisterin / Abteilungsleiterin Technisches Bauamt
Würden Sie rückblickend irgendetwas etwas anders machen?
Im Großen und Ganzen – nein! Sicherlich könnte man rückblickend das eine oder andere besser bzw. anders machen, letztendlich kann man aus der Vergangenheit nur lernen. Es gab schöne bzw. gute, schlechte, leichte sowie schwere Zeiten. Wichtig ist, zu wissen, wohin man will, vor allem aber, wer man sein möchte.
Welche Vorbilder – auch aus der Schule – haben Ihren Weg geprägt?
Meine Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde, Klassenkameraden, später Mitkommilitonen, aber natürlich auch der eine oder andere inspirierende Lehrer, Dozent sowie Vorgesetzte.
Wer war Ihr Lieblingslehrer/Ihre Lieblingslehrerin?
In der Realschule Frau Ruhnau, Frau und Herr Feicht sowie Herr Schulte.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Ja – wer hat das nicht???
Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann...
… würde ich mir eine geordnete Welt wünschen mit Frieden, Respekt, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Wertschätzung aber vor allem Gesundheit sowie eine Welt, wie ich sie als Kind erleben durfte.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Auf meine Eltern und ein Stück weit auf mich selbst.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Heilung und Astralprojektion, also mit seinem Geist außerhalb seines Körpers an andere Orte zu reisen.
Welche Ziele haben Sie noch?
Die an mich gestellten Anforderungen erfolgreich zu meistern, glücklich und gesund zu bleiben sowie die Welt weiter zu bereisen.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Wenn man etwas erreichen möchte, ist nahezu alles zu schaffen. Glaubt an euch selbst und habt den Mut, euren eigenen Weg zu gehen, auch wenn Träume und Ziele oftmals nicht auf direktem Weg erreichbar sind, können Umwege zu wertvollen Erfahrungen führen und bringen am Ende einen besonderen Mehrwert.
Nutzt Chancen, sammelt Erfahrungen und lasst euch von Rückschlägen und Fehlern nicht entmutigen. Durchhaltevermögen und Lernbereitschaft sind entscheidende Faktoren für den persönlichen und beruflichen Erfolg, auch wenn sie einem als Schüler oft nicht leichtfallen.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? Winter
Messi oder Ronaldo? Messi
Mathe oder Deutsch? Mathe
Kino oder Theater? Kino
Berge oder Meer? Berge
10 Minuten zu früh oder 10 Minuten zu spät? 10 Minuten zu früh
Morgenmensch oder Nachteule? Nachteule
Kopfmensch oder Bauchmensch? Kopfmensch
Selbst kochen oder essen gehen? selbst kochen
Kunst oder Musik? Kunst
Liebe Frau Lingerfelt,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um unsere Fragen zu beantworten.
Wir wünschen Ihnen weiterhin beruflich sowie privat von Herzen alles Gute.
Dankeschön!
Ihr Reporterteam
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Name:Lennart Seufert
Abschlussjahr: 2013
Heimatort:Althausen
Jetziger Wohnort:wieder Althausen
Fame:ehemaliger Fußballer bei Greuther Fürth
„Zeit, dass sich was dreht“
Herbert Grönemeyer
Was ist die schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Das ist natürlich ein paar Jahre her, da muss man mal kurz überlegen. Ich glaube, das Beste, das hat vielleicht nicht direkt mit der Schule zu tun, aber ich habe zwei beste Freunde in der Schule kennengelernt, mit denen ich jetzt immer noch in Kontakt bin. Ich würde sagen, das ist mit das Bleibendste, was ich erlebt habe. Wir haben nach wie vor wöchentlichen Kontakt.
Welchen Zweig haben Sie denn gewählt in der sechsten Klasse?
Das war Mathematik. Aber da muss ich dazusagen, dass ich jetzt eher auf BWR gehen würde., wenn ich mich jetzt nochmal entscheiden könnte.
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Wenn ich mich recht erinnere, war das bei TEXPA in Saal, weil meine Oma dort gearbeitet hat. Und dadurch war es eigentlich recht unproblematisch, dort reinzukommen. Sonst muss man ja eine Bewerbung schreiben und alles, und da war das recht einfach.
War es schon immer ihr Traum Fußballprofi zu werden und wie sind Sie darauf gekommen, diese Sportart auszuüben?
Der Traum war es, ja. Mein Vater und mein Opa haben früher schon Fußball gespielt, dann war es eigentlich klar, dass ich auch Fußball spiele und ich habe dann auch schon mit vier Jahren angefangen zu spielen. Es hat sich dann schon schnell herauskristallisiert, dass ich relativ gut bin. Dann war sogar mein Vater Trainer und es gibt vom BFV (Bayerischer Fußballverband) Tagungen, an denen die besten Spieler im Umkreis teilnehmen. Dadurch kommt man dann in eine Auswahlmannschaft und von da an kommt man immer weiter und so wächst natürlich auch der Wunsch, irgendwann Profifußballer zu werden. Aber am Ende hat das nicht ganz geklappt.
Was war Ihr Lieblingsfach, was Ihr Hassfach?
Lieblingsfach, natürlich Sport und Hassfach denke ich mal Deutsch und Mathe.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit.
Dass die Schule meistens nur bis 13 Uhr ging und dann hast du Freizeit gehabt.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
Also nach der Realschule habe ich angefangen, in Bad Neustadt auf die Fos zu gehen, dort war ich ein paar Jahre, weil ich damals im Greuther-Fürth Fußball gespielt habe. Da bin ich dann immer nach Knetzgau gefahren, dort hat uns dann so ein Bus mit zum Training genommen. Das hat eigentlich dann immer zeitlich ganz gut funktioniert. Weil damals war die Entscheidung, entweder mache ich die schulische Laufbahn weiter oder halt eine Ausbildung und da haben wir uns dafür entschieden, dass die Schule ein bisschen flexibler wäre als eine Ausbildung, weil es immer nicht klar ist, wie lange man bei einem Verein spielt. Da war es wahrscheinlich einfacher, die Schule zu wechseln als eine Ausbildungsstätte. So kam dann eben die Entscheidung. Ich habe dann auch den BWL-Zweig gewählt, weil man auf der FOS damals immer zwei Wochen Praktikum gemacht hat und dann zwei Wochen Unterricht hatte. Und bei dem mathematischen Zweig war das Praktikum immer direkt an der FOS und ging bis 14 Uhr, da hat es zeitlich nicht gepasst, also da muss man auf so viele Dinge achten. Und dann war eben die Entscheidung FOS, die habe ich dann ein Jahr in Bad Neustadt gemacht, und dann habe ich den Verein gewechselt und bin dann nach Rot-Weiß Erfurt gewechselt, nach Thüringen, habe dann auch den Schulwechsel vollzogen und schulisch war es eine gute Entscheidung, weil viel einfacher in Thüringen war. Ich habe, denn zwei Jahre in Erfurt gespielt in der U19 und dann habe ich dort mein Fachabi beendet. Und ich habe dann schon angefangen ein Jahr dort zu studieren. Weil Rot-Weiß Erfurt mit der Internationalen Berufsakademie eine Kooperation hatte und die haben eben einen Studenten gesucht, der im Verein arbeitet und zwei Tage die Woche im Verein arbeitet und drei Tage dann zur Schule geht. Und da ich sowieso studieren wollte, hat sich das angeboten, mal reinzuschauen, wie das alles funktioniert. Das habe ich dann ein Jahr gemacht, aber dann kam die Entscheidung, wie geht es weiter, denn ab der U19 ist dann der kritische Punkt, schafft man es in den Profibereich oder nicht. Für mich hat es nicht ganz gereicht. In Erfurt gab es dann auch keine Perspektive mehr, weiterzumachen. Deswegen bin ich dann wieder zurückgegangen hier nach Bad Königshofen, bin nach Großbardorf gewechselt, das war damals Bayernliga und habe dann in Schweinfurt angefangen, Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren an der FH. Das habe ich dann vier Semester gemacht und dann kam so eine Art Anfrage, ob ich nicht in den USA studieren und gleichzeitig Fußball spielen will. Möglich macht es ein Stipendium, weil natürlich die Studiengebühren dort sehr hoch sind und eigentlich für ein Normalsterblichen nicht zu bezahlen. Dafür musste man ein Highlight-Video machen mit Fußballszenen. Außerdem musste Bewerbung an die Unis schreiben, an die man gerne hingehen möchte. Dann gab es verschiedene Gespräche mit Trainern, wo man rausfinden musste, ob man ins Team passt und ob die schulische Leistung passt. Und dann kam ein Angebot von einer Universität in der Nähe von New York City, das hat ganz gut gepasst. Und dann habe ich dieses angenommen, bin dann dort hingegangen und habe dann dort eine Kombination aus BWL und VWL studiert, weil Wirtschaftsingenieurwesen haben die nicht gekannt, da musste ich mich eben umorientieren. Das hat für mich dann auch ganz gut gepasst. Ich habe dann vier Semester drüben studiert und im letzten Semester kam dann Corona. Das war 2020, da musste ich dann vorzeitig zurück und es kam dann einem Online-Unterricht und auch die Prüfungen liefen online. Das einzig Blöde daran war, dass keine Abschlussfeier stattgefunden hat, also mit diesen Hüten und diesen Anzügen, die die dort immer haben. Ja, das fand ich ein bisschen schade. Dann bin ich auf Jobsuche gegangen, als ich zurückgekommen bin. Ich habe dann in Aubstadt Fußball gespielt in der Regionalliga. Das war das Höchste, was ich geschafft habe. Doch dann habe ich mich vor zwei Jahren eine schlimmere Knieverletzung zugezogen. Und dann die Entscheidung, mache ich weiter oder höre ich auf? Und dann habe ich mich dafür entschieden, leider aufzuhören, weil ich glaube, das Gesundheitlich geht dann vor.
Haben Sie sich beim Fußballspielen verletzt?
Die erste Verletzung, wo es wahrscheinlich angefangen hat, war in den USA relativ am Anfang beim Training. Da habe ich dann zwei Wochen pausiert, aber es wurde nicht näher untersucht. Und man kann halt sehr viel aushalten, wenn man eine gute Muskulatur hat. Dann fällt es nicht gleich so auf, wenn man nicht ein MRT oder sowas macht. Und als es dann richtig passiert ist, das war im Training in Aubstadt.
Warum sind Sie nicht in Fürth zur Schule gegangen, sondern nach Bad Neustadt?
Fürth direkt hatte kein Internat. Aber es gab dort meinen Trainer, der hat ein größeres Haus gehabt, wo dann manche Spieler gewohnt haben. Aber es war dann wirklich für Spieler, die von noch weiter weg kamen, also aus einem anderen Bundesland oder wirklich dem südlichsten Teil von Bayern. Die hätten anders vielleicht nicht die Möglichkeit gehabt, zum Training zu kommen.
Sie haben erzählt, dass Sie in Erfurt beim Verein gearbeitet haben. Was kann man sich darunter vorstellen?
Das war mehr so alibimäßig. Es war halt gut, da es in Erfurt ein Internat gab. Und die Spieler, die aufs Internat gegangen sind, hatten vormittags auch Training. Und dadurch, dass ich dann im Verein gearbeitet habe, habe ich freibekommen, dass ich dann zum Training konnte. Aber wirklich etwas gearbeitet habe ich nicht, eher Hilfsarbeiten und so was.
Und was machen Sie jetzt Beruflich?
Seit dem Abschluss arbeite ich als Controller, also im verwaltungstechnischen Bereich.
Würden Sie rückblickend irgendetwas anders machen?
Ja gut, angefangen mit der Entscheidung, welchen Zweig in der Realschule würde ich wahrscheinlich gleich auf BWR gehen, da wurde ich wahrscheinlich damals ein bisschen hingedrängt. Außerdem hätte ich vielleicht noch meinen Master in den USA gemacht, wenn es dann möglich gewesen wäre, aber sonst würde ich jetzt nicht so viel verändern.
Welche Vorbilder – auch aus der Schule – haben Ihren Weg geprägt?
Dadurch, dass ich mein Leben lang schon mit Fußball zu tun habe, waren es natürlich Fußballspieler. Natürlich die großen Ronaldo und Messi. Aber ich fand auch Philipp Lahm immer ganz gut, weil er halt bodenständig ist und der war nicht so viel in den Medien, hat aber trotzdem seine Arbeite gemacht, war immer gut.
Wer war Ihr Lieblingslehrer/in?
Also ich glaube, es gab nicht den einen Lieblingslehrer, aber der Herr Wasserbauer war schon immer einer der besten.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Ich glaube, so abgeschrieben habe ich jetzt nicht so viel, außer vielleicht mal Hausaufgaben, oder Mitschüler ein bisschen geärgert, aber nichts Schlimmes.
Bitte vervollständigen Sie den Satz, wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann…
… wäre ich gerne Fußballprofi geworden.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Den Abschluss in den USA gemacht zu haben.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Ich würde gerne Gedanken lesen.
Welche Ziele haben noch?
Da würde ich es mal auf die Familie beziehen, also Hausbau und Kinder kriegen.
Auf welcher Position haben Sie gespielt?
Also angefangen habe ich mal als Zehner, also recht offensiv. Dann Sechser. Und am Ende war es dann Rechts- oder Linksverteidiger.
Was war Ihr bleibendster Moment als Fußballer?
Also es gab viele Turniere, die wir gespielt haben, als ich in der U15 in Schweinfurt gespielt habe. Wir waren eine echt gute Mannschaft. Wir hatten ein Turnier in Kitzbühel, dass heißt Cordial Cup. Und da haben wir gegen Bayern München gespielt. Und sogar 1-1 gespielt. Das ist ein internationales Turnier gewesen. Das findet jedes Jahr statt, und da kommen echt gute Mannschaften. Und dann wir als Schweinfurt, die niemand kennt. Dieses Turnier werde ich wahrscheinlich nie vergessen.
Welche Rolle spielt Sport aktuell bei Ihnen?
Relativ wenig im Vergleich zu damals. Doch wir haben jetzt angefangen, ein Haus zu bauen, und da leisten wir viel durch Eigenleistung. Dabei trage ich viel und so etwas.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Ich denke mal, trotz alledem, dass man vielleicht nur auf die Realschule geht, kann man später beruflich trotzdem erfolgreich sein kann und gutes Geld verdient. Man kann ja trotzdem noch studieren gehen oder eine Ausbildung machen und dann weitermachen.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? Sommer
Messi oder Ronaldo? Ronaldo
Mathe oder Deutsch? Dann lieber Deutsch
Kino oder Theater? Kino
Berge oder Meer? Meer
Zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? zu früh
Morgenmensch oder Nachteule? eher Nachteule
Kopfmensch oder Bauchmensch? Kopfmensch
Selber kochen oder essen gehen? selber kochen
Musik oder Kunst? Musik
Sehr geehrter Herr Seufert,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um mit uns dieses Interview zu führen. Wir wünschen Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg und vor allem privat von Herzen alles Gute.
Dankeschön!
Ihre Pia Bach, Melina Reusch und Stefanie Greb
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Name:Alfred Fredi Breunig
Abschlussjahr: 1975
Heimatort:Großeibstadt
Jetziger Wohnort: Salz
Fame:Kabarettist
„In unserm schönen Frankenland, ist heute etwas los“
Begrüßungslied bei Fastnacht in Franken
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Oh je, schwere Frage. Eigentlich sehr schön war der Wechsel von der alten Schule in die jetzige. 1971 kamen wir da vorne in dieses orangefarbene Gebäude, das ist die jetzige Musikschule. Damals hieß die Realschule noch Mittelschule und die Mittelschule ist ja heute die Hauptschule. Und als die Schule hier fertig war, da war sie nagelneu gebaut, sind wir gewechselt. Das war eigentlich schön.
In welcher Klasse war das dann?
Mit Beginn des achten Jahrgangs waren wir, glaube ich, dann hier. Also Mitte der 70er.
Welchen Zweig hatten Sie?
Technisch. Damals gab es nur kaufmännisch und technisch. Also, damals war es, glaube ich, so, dass wir vier Klassen hatten, also am Schluss 10a - d und nur die 10a war technisch. Die technische Klasse, da waren fast nur Buben, zwei Mädchen. In der b, c und d waren fast nur Mädchen, also die kaufmännischen. Heute ist das wahrscheinlich total gemischt, oder? Wir hatten ja technisches Zeichnen. Und Physik war sehr ausgeprägt und Mathematik. Das ist, glaube ich, einfach ein bisschen mehr in die Tiefe gegangen als bei den anderen.
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Gab’s noch nicht. Nicht mal eins. Weder in der Hauptschule noch in der Realschule. Das gab es nicht damals. Da gab es nur die vier Klassen auf der weiterführenden Schule. Jetzt gibt es hier sechs Stufen, oder? Wir hatten sieben bis zehn. Da gab es keine Wahl.
War es schon immer Ihr Traum, Kabarettist zu werden und wie sind Sie gerade darauf gekommen?
Ja, das liegt irgendwie im Blut. Also, mein Vater war schon lustig oder hat es gern gemacht. Und ich habe dann auch mit ihm zusammen so im ganz kleinen Rahmen im Sportheim bei einem Faschingskappenabend Büttenreden gemacht. Und dann bin ich nach Aubstadt in den Faschingsverein, dort dann mit dem Martin Wachenbrönner zusammen und dann sind wir langsam raus, also Gastauftritte und das hat sich immer weiter ausgebreitet, bis Würzburg dann und Fernsehen und so weiter. Ob es jetzt Traum war: Es hat sich so ergeben. Ich meine, da gehört ja ein bisschen was dazu, also spaßig muss man sein, oder humorvoll, von Grund auf, sonst tut man sich da schwer.
Was war Ihr Lieblingsfach und Ihr Hassfach in der Schule?
Ja, das lag am Lehrer. Der Elmar Mantel, das war ein sehr guter Lehrer. Der war mein Klassenlehrer und den hatten wir in Mathe und Physik. Und Physik, muss ich sagen, war eigentlich mein Lieblingsfach. Ich hatte ja dann auch Physiklaborant gelernt. Das war aber auch Zufall. Also, was ich noch vorwegschicken muss: Damals war es nicht so wie bei euch heute. Ihr könnt sagen, ich möchte ins Gymnasium oder ich möchte dahin. Bei uns war es so, was machen die anderen? Was machen denn deine Klassenkameraden? Gehen die in die Realschule? Also gut, dann gehst du auch hin. Gymnasium war eigentlich völlig out. Wenn da von einem Jahrgang einer ins Gymnasium ging oder zwei. Das waren fast immer Außenseiter, also die waren nicht mit uns am Sportplatz, die haben gelernt. Und die sind ins Gymnasium. Und heute ist es ja genau umgekehrt wahrscheinlich. Und es gibt eher den Druck der Eltern, ich möchte, dass du ins Gymnasium gehst. Das gab es bei uns überhaupt nicht. Im Gegenteil, da war es eher so, dass die Eltern gesagt haben, wenn du dahingehst, das kostet wahrscheinlich Geld und dann studierst du wahrscheinlich und das war gar nicht so gewollt. Es war nicht so richtig gern gesehen.
Was war Ihr Hassfach?
Eigentlich Englisch, obwohl ich im Beruf, jetzt bin ich ja Rentner, 80% Englisch sprechen und schreiben musste. Also das war dann fließend. Aber in der Schule, das lag aber auch an der Lehrerin, muss ich sagen. Aber Englisch habe ich nicht gern gemacht. Und technisches Zeichnen. Eigentlich hätte ich nie in den technischen Zweig gehört. Ich war eigentlich mehr Kaufmann, heute noch. Ich bin kein Handwerker. Ich habe zwei linke Hände. Und ich bin aber dann eben in den Technischen, obwohl es gar nicht mein Talent war.
Was vermissen Sie aus der Schulzeit?
Ach, vermissen, das ist wie wie mit allem. Im Nachhinein verwischt alles. Also wenn ihr heute in der Schule seid, werdet ihr manchmal denken, oh nee, die Schule. Aber mit Abstand nach zehn Jahren, nach 20 war es eine schöne Zeit. Das ist auch mit der Bundeswehr so gewesen. Da hat man sich ein eineinviertel Jahre eigentlich geärgert über alles und im Nachhinein sagt man auch, war eigentlich schön. Das rückt dann alles weit weg zeitlich. Aber die Schule insgesamt war schön, also im Rückblick.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
Eigentlich klassisch mit einer Lehre. Damals waren schwierige wirtschaftliche Zeiten. Also, nicht jeder hat einen Job, einen Ausbildungsplatz bekommen. Und dann haben wir mit den Eltern überlegt, ja, was machst du denn? Was willst du denn machen? Internet und so war ja noch weit, weit weg. Da gab es Bücher. Wo sind Ihre Vorlieben? Dann stand ein Beruf da. Was machen Sie gerne und so weiter. Und irgendwann kam ich auf Laborant, das war eigentlich Chemie. Habe ich aber hier auch nicht gern gemacht. Und dann habe ich mich als Chemielaborant beworben. Bei Preh, bei SKF, also die ganzen großen Firmen, die es damals schon gab. Und dann kam von der Firma Preh lustigerweise ein Schreiben, dass ich mich als Chemielaborant beworben habe, aber sie bilden keine Chemielaboranten aus. Aber aufgrund meiner Bewerbung sind sie auf die Idee gekommen, zwei Physiklaboranten auszubilden für die neu gegründete Forschungsabteilung. Da hat Preh eine Grundlagenforschung, eine Abteilung gebildet, ganz neu mit Physikern, Chemikern und Verfahrenstechnikern und da haben die zwei Physiklaboranten gesucht. Und obwohl ich mich als Chemielaborant beworben hatte, wurde ich auch genommen, zusammen mit einem Mädchen aus Bad Neustadt. Und wir waren aber die einzigen, es gab dann nachher keine mehr. Das war die Lehre als Physiklaborant. Dann kam die Bundeswehr relativ schnell. Und dann ging es der Firma Preh schlecht. Als ich zurückkam von der Bundeswehr gab es Entlassungen, da gab es so eenin Wechsel in der Produktion. Die haben früher Unterhaltungselektronik gemacht für Stereoanlagen, Schieberegler, die es heute nicht mehr gibt. Das wird ja alles mit Touch und so weiter gemacht. Und dann bin ich nach Münnerstadt. Die Kollegin, die mit mir gelernt hat, ist schon während meiner Bundeswehrzeit gegangen oder musste gehen, und wurde dann schwanger und hat mich gefragt, ob ich nicht ihre Nachfolge in Münnerstadt antreten will. Das war eine Firma wie die Firma ISO Bormioli, die jetzt schließt oder geschlossen hat. Wir haben Glasbehältnisse gemacht für die Pharmaindustrie. Verpackungen, Ampullen, Fläschchen, Spritzen. Und dort war ich dann 41 Jahre von 1982 bis zur Rente. Das war 2023 jetzt. Ja, 41 Jahre genau.
Wie hat sich Ihre Laufbahn als Kabarettist entwickelt?
Das war hauptsächlich nur Fasching. Also außerhalb Fasching gab es nichts. Und Fasching ist ja nicht so lang. Der geht los am 10. Januar und ging bis bis Mitte Februar, Ende März. Und dann war Ruhe. Dann habe ich aber Theater gespielt in Großeibstadt, ab 1985 haben wir da begonnen. So klassische Komödienstadl, also lustiger Schwang, drei Akte. Das war dann im Oktober, November. Und 2010 habe ich den ersten Solo-Auftritt gemacht, also außerhalb vom Fasching. Das weiß ich noch, es war in Waltershausen, im Bräustüble. Da war hinten so ein ganz alter Tanzsaal und dann hat er Wirt gesagt, er schenkt irgendein neues Bier aus und ob wir nicht ein Programm machen. Da habe ich dann gemerkt, Mensch, das ist auch schön, auch wenn kein Fasching ist. Und dann habe ich mir irgendwann einmal ein Solo-Programm geschrieben, also abendfüllend für zwei Stunden oder so. Da war mein erster Auftritt in Reichenbach bei Münnerstadt. Das war im September 2010. Und seitdem mache ich eigentlich außerhalb von Fasching mehr als während des Faschings. Und dann alles mögliche, also abendfüllend, dann Mundartrallye, wenn jemand Jubiläum hat, Firmenjubiläum, Hochzeiten, Geburtstag, Seniorennachmittag. Irgendwann fangen die Leute dann an und suchen jemanden, dann lesen sie in der Zeitung, Mensch, der Breunig macht das doch das, dann rufen wir mal an. Und da gibt es leider Gottes auch nicht viele, die das machen. Da könnte man eigentlich schön Geld dazu verdienen. Und Auftritte gäbe es, aber es machen nicht viele.
Wie kamen Sie dann zum Fernsehen?
Naja, wenn man im Fasching hier unterwegs ist, guckt man natürlich auch die Fernsehsendungen, damals Fastnacht in Franken, also Veitshöchheim. Und irgendwann habe ich zu dem Martin gesagt, Mensch, wir bewerben uns da mal. Damals mussten wir noch eine Videokassette machen. Man musste es mit der Kamera aufnehmen, das war kompliziert. Da war eine kleine Kassette drin. Dann musste die kleine Kassette auf eine große, dass es in den Videorekorder ging und dann hat man es eben abgespielt. Das mussten wir dann dorthin schicken, aber da sind wir lange nicht genommen worden, weil da natürlich die Spitze war, das war dann ziemlich dünn. Unten gibt es viel, die halt Fasching machen, aber im Fernsehen sind dann bloß wenige. Das ist wie im Sport, wenn es dann in die Spitze geht, wird es hart. Aber irgendwann hat es geklappt. Jedes Jahr beworben, wieder hingeschickt. Dann scheidet mal jemand aus und irgendwann haben die zurückgeschrieben, also gut, wir möchten euch mal sehen, live. Und dann weiß ich noch genau: Es war 2005 in Fladungen in dem Freilandmuseum, da ist so ein Gasthaus. Da war so ein Mundarttag. Und dann kam wirklich der Bernhard Schlereth mit seiner Frau und hat gedacht, also gut, ich gucke mir das mal an. Und dann mussten wir auch mal nach Nürnberg in den Bayerischen Rundfunk. Da war so ein Zirkuszelt, das war so eine Benefizveranstaltung, da haben die aber auch schon geguckt, wer ist was fürs Fernsehen. Und da hat es dann geklappt, 2010. Also nee, da kam erst die närrische Weinprobe in dem Hofkeller in Würzburg. Es ist so die Stufe vor Veitshöchheim. Da waren wir, glaube ich viermal oder fünfmal, jedes Jahr. Und dann kam Veitshöchheim. Und dann wieder Weinprobe und ich war dann nochmal 2016 allein in Veitshöchheim, und Weinprobe sind wir, glaube ich, Rekordteilnehmer mit zehn oder zwölf Mal. Das ist aber nicht leicht. Das wird aufgezeichnet. Und Veitshöchheim ist eben live. Und die Erfahrung war, dass eine Liveshow Nerven kostet. Also live ist ja klar, wie es gesendet wird, bist du auf der Bühne. Und da macht man sich vorher Gedanken, was ist, wenn jetzt meine Nase blutet, oder ich verschlucke mich oder so, es gibt ja kein Zurück. Bei der Aufzeichnung sagt der Regisseur, stopp. Lass den erst mal husten, wir machen es nochmal. Publikum sitzt zwar drin, aber weiß ja, das ist jetzt eine Aufzeichnung oder irgendein Mikrofon funktioniert nicht. Dann heißt es Stopp, bitte nochmal Applaus. Wir tun jetzt einmal so, als ob sie gerade reinkommen. Und am Schluss, wenn die Sendung ausgestrahlt wird, merkt man das nicht, weil alles schön rund wirkt. Wenn es live ist, geht das nicht. Oder wenn mal jemand einen Hänger hat, zum Beispiel bei einem Gedicht. Also bei der gereimten Bütt, wo es ja wirklich drauf ankommt. Wenn ich häng, dann reden wir Prosakünstler halt irgendwas weiter und versuchen wieder zurückzukommen. Aber beim Hänger beim Gedicht: Das sehen dann 4 Millionen Leute. Aber gut, schöne Erfahrung.
Ist Fernsehen für Sie aktuell noch ein Thema?
Ja, also ich habe ja letztes Jahr im Fasching mein Ende verkündet für Fasching. Und habe aber zu dem Martin gesagt, der wollte eigentlich noch weitermachen, der ist drei Jahre jünger,: Wenn Fernsehen ist, probieren wir es wieder. Also Fernsehen machen wir weiter... Da ist immer ein Casting jetzt im November mit Publikum und in diesem Keller, wo er später aufgezeichnet wird, mit 23 Nummern. Und davon werden aber nur acht genommen, 14 fallen weg. Wenn man dann die Erfahrung hat und lange dabei ist, tut man sich leichter. Wenn jemand das das erste Mal macht, ist es schwer. Du weißt nicht, was dich erwartet. Schlimm sind die Proben, denn der Saal ist leer, kein Publikum, niemand lacht. Die Regisseure sind ja alles ernste Leute, Kameraleute, die interessiert das gar nicht, was da los ist. Die machen Skirennen, Kirchen und zufällig halt Fasching. Und man macht seinen Vortrag und denkt, niemand lacht. Aber es ist logisch, wer soll lachen?
Würden Sie etwas rückblickend etwas anders machen?
Anders würde ich nichts machen. Über eines bin ich froh, dass ich es nicht gemacht habe, dass ich kein Profi geworden bin, denn die Verlockung ist da. Wenn man mal im Fernsehen ist, wird man bekannt, dann hätten wir auch Auftritte, also in ganz Franken oder ganz Bayern, auch für schönes Geld. Aber dann müsste man seinen Beruf aufgeben. Und für die Familie heißt es ja auch, wir wären Montag bis Freitag daheim, aber Freitag, Samstag, Sonntag weg. Im Beruf ist es ja genau umgekehrt. Und dann kam Corona, da haben die ganzen Künstler ja gelitten, die Auftritte fallen mit einem Schlag weg. Beruf ging weiter. Also anders hätte ich nichts gemacht in dem Sinn, dass ich wieder nicht Profi geworden wäre.
Welche Vorbilder - auch aus der Schulzeit - haben Ihren Weg geprägt?
Ja, also eigentlich die Eltern, das ist ja bei euch vielleicht auch so. Also, ich war mit meinen Eltern sehr zufrieden. Es waren auch Vorbilder. Im Fasching war es eigentlich schon dieser Michl Müller, war ich immer Fan. Mit dem waren wir dann ja oft zusammen. Das war so ein Vorbild.
Wer war Ihr Lieblingslehrer oder -lehrerin?
Karl-Heinz Feicht, ganz klar. Karl-Heinz Feicht ist jetzt leider krank, ist im FrankenCare. Aber er war ein ganz lockerer Lehrer, gut beleibt, gemütlich. Geschichte und Deutsch, glaube ich. Also Geschichte auf jeden Fall. Elmar Mantel war eigentlich ein guter Lehrer, aber nicht der Lieblingslehrer. Er war eigentlich zu fordernd, genau das Gegenteil von Karl-Heinz Feicht äußerlich. Und auch als Lehrer sehr streng. Karl-Heinz Feicht war eigentlich locker, er hat es gut gemacht. Und er war ja später dann lustigerweise unser Regisseur beim Theater in Großeibstadt und dann waren wir per Du. Bis heute. Das ist dann schön, früher waren wir der Schüler und Lehrer. Also, was mir da immer wieder aufgefallen ist, Karl-Heinz Feicht war, als er unser Lehrer war, 27 oder 28 Jahre alt. Da denkt man immer, das gibt es doch nicht. Damals erst 27, weil man denkt immer, man ist der Schüler, der Lehrer ist alt. Und im Nachhinein denkt man, boah, der war ja erst 27. Deswegen lebt er ja heute noch.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit mal etwas Unerlaubtes getan?
Ja, es gab damals im Königshofen den Gasthof Stegner, den gibt es heute noch. Das ist so ein Café jetzt. Da gab es die Wirtschaft, die war komisch aufgebaut und hinten zur nächsten Straße durch. Es war unheimlich verwinkelt und da gab es so einen Nebenraum. Und da waren wir als Schüler drin und haben schon Bier getrunken. Die Wirtin meinte, ihr seid zwar Schüler, aber gut, da habt ihr Bier. Wenn doch einmal nachmittags Unterricht war, was ja selten war früher, ist man zum Stegner, hat ein Bier getrunken, das hat gereicht und dann ist man wieder in die Schule.
Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann…
…würde ich gerne so gesund bleiben wie jetzt bisher, ehrlich gesagt. Ich war, außer einer Sportverletzung, eigentlich selten krank. In 48 Berufsjahren, wenn ich 20 Tage krank war, vielleicht. Das haben die Leute heute im Jahr, gell?
Worauf sind Sie besonders stolz?
Auch auf die Familie. Es hat alles gut geklappt. Und darauf, dass ich jetzt immer noch so viel Sport mache. Das kam vor zehn Jahren vielleicht. Da bin ich immer mal locker Rad gefahren mit so einer Mittwochsgruppe. Und dann habe ich aber im Oktober Schluss gemacht, wenn es dunkel war, abends und im März hast du wieder begonnen. Und irgendwann habe ich gesagt, nein, jeden März diese Quälerei, keine Muskulatur mehr, Poppes tut weh. Da habe ich gesagt, jetzt fahre ich mal durch im Winter. also auch bei Eis und Schnee. Und das mache ich seitdem.
Haben Sie da schon einmal einen Unfall gehabt?
Ja, Stürze. Ich sage immer als Radfahrer, wenn man viel fährt, so alle zwei, drei Jahre muss man damit rechnen. Aber es ging immer relativ glimpflich. Also Schulter und Abschürfungen, aber nie was gebrochen oder ähnliches. Aber Stürze schon. Es gab nie einen Unfall mit dem Auto oder so oder mit Wild. Gut, das Radfahren ist gesund, aber es ist auch nicht ungefährlich.
Was ist Ihr peinlichstes Erlebnis aus Ihrer Schulzeit oder während Ihrer Karrierelaufbahn?
Also, ein Erlebnis, weiß ich, das hatte ich bei dem Elmar Mantel, das weiß ich noch wie heute. Ich war irgendwie unaufmerksam, es war Mathe. Mathe, X- Gleichungen, wo am Schluss die Umstellungen kamen und dann hieß es X ist gleich. Und der Elmar Mantel war der Lehrer eben und ich habe eh keine Ahnung, war abgelenkt und er ruft mich auf. Und ich habe wie aus der Pistole herausgesagt, X ist gleich, aber es hat mit X ist gleich überhaupt nichts zu tun gehabt. Das war so ein Reflex. Und ich glaube, ich habe, damals so einen Noteneintrag bekommen, den die Eltern unterschreiben mussten.
Also, damals, weiß ich noch, gab es ein Notenheft, wo reingeschrieben wurde. Und wenn man eine Fünf hatte, mussten die Eltern unterschreiben. Und ich glaube, die Noten mussten man selbst eintragen und dann war mein Trick, ich schreibe das mit Bleistift rein, dass es die Lehrerin sieht, wie ich es aufschreibe, und schreibe eine Drei hin. Und wenn die Mutter unterschrieben hat, schreibe ich wieder fünf hin. Und dann hat der Lehrer mit Kugelschreiber, weiß ich noch über meinen Bleistift 3er die 5 drüber geschrieben. Da war mein Trick weg. Das war in Englisch, weiß ich noch.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
So wie so eine Superkraft? Gut, dann muss ich wieder aufs Radfahren zurückkommen. Dann möchte ich so fahren können wie die Profis, wie die Tour de France, die ja unmenschliche Leistungen bringen, wenn es nicht gedopt ist. Aber das wäre es im Radfahren. Oder fliegen können.
Welche Ziele haben Sie noch?
Eigentlich nur gesund bleiben, weil das ist das Wichtigste. Wünsche habe ich eigentlich keine groß, also wie eine Weltreise oder sowas.
Und Fredi Breunig als Kabarettist, gibt es da noch was, was Sie sich wünschen?
Die Fastnacht in Franken war eh das Höchste. Und die närrische Weinprobe ist es nach wie vor. Ja. Eigentlich bin ich rundum zufrieden.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Naja, das hört sich jetzt an wie eine alte Weisheit, dass es sich immer lohnt zu lernen und der Schulabschluss wichtig ist. Und eventuell, das ist ja bei Realschule nicht so unmöglich, eine Lehre machen, wenn möglich, nicht gleich versuchen studieren. Das Bildungssystem in Deutschland ist ja wirklich offen, hat man bei meiner Tochter gemerkt, die eine unheimliche Zickzack-Karriere hatte. Also für Realschule hat es nicht gereicht und fürs Gymnasium überhaupt nicht. Für unsere beiden Kinder war die Schulzeit schwierig. Mit Ach und Krach dann Quali am Schluss. Und dann hat die Tochter eine Lehre gemacht bei der Rhön-Tourismus, also Kauffrau für Tourismus. Dann sind die nicht übernommen worden. Dann war sie bei Zeltbau Bühler in der Verwaltung, todunglücklich. Also, eine zu kleine Firma, kein gutes Klima und so weiter. Und dann hat sich die Chance ergeben, bei Valeo in Bad Neustadt eine Schwangerschaftsvertretung zu machen. Und diese Kollegin kam aber nicht zurück und die Stelle wurde dauerhaft. Und es war Chefassistenz der Betriebsleitung mit sehr gutem Verdienst. Und jetzt, leider Gottes, schließt Valeo komplett. Und jetzt hat sie sich beworben in Bad Bocklet bei der Klinik Hescuro und wird dort wieder Chefassistenz. Und damit sieht man, man kann das im Voraus nie planen. Das Leben verläuft so zickzackmäßig oft. Aber trotzdem ist die Empfehlung immer an die Schüler: Abschluss machen, Abschluss auf jeden Fall. Aber das gibt es ja selten wahrscheinlich, oder dass jemand ohne Abschluss geht. Und dann, warum nicht eine Lehre? Und dann ist es völlig offen, wie das Leben spielt. Manchmal geht es glatt und es geht wunschgemäß weiter und manchmal zählt der alte Spruch, eine Tür geht zu und der andere geht auf.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? Sommer, eindeutig
Messi oder Ronaldo? Messi
Mathe oder Deutsch? Deutsch
Kino oder Theater? Theater
Berge oder Meer? Berge
Zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? zehn Minuten zu früh, weil ich Pünktlichkeitsfanatiker bin
Morgenmensch oder Nachteule? Morgenmensch
Kopfmensch oder Bauchmensch? Bauchmensch
Selbst kochen oder lieber essen gehen? lieber essen gehen
Kunst oder Musik? Musik
Lieber Herr Breunig,
vielen herzlichen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, um dieses Interview mit uns zu führen. Wir wünschen Ihnen für ihren weiteren Weg als Kabarettist und auch privat alles Gute.
Dankeschön!
Ihre Sarah Wiener, Mia Siebenschuck und Stefanie Greb
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Name: Maximilian Schnaus
Abschlussjahr: 2002
Heimatort:Irmelshausen
Jetziger Wohnort: Berlin
Fame:Berufsmusiker und Komponist
„Music was my first love, an it will be my last“
John Miles
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Die Fahrten wie zum Beispiel die Abschlussfahrt nach Rom mit einer Parallelklasse oder auch der Schulskikurs.
Welchen Zweig hatten Sie?
Ich hatte den betriebswirtschaftlichen Zweig.
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Es gab zu meiner Zeit kein verpflichtendes Schülerpraktikum. Und aufgrund dessen, dass recht bald klar war, dass ich eine musikalische Berufslaufbahn anstrebe, habe ich kein Praktikum in einem Betrieb oder so absolviert.
War es schon immer Ihr Traum Berufsmusiker und Komponist zu werden und wie sind Sie darauf gekommen, gerade diesen Beruf auszuüben?
Ich stamme aus einer Familie, die zwar sehr interessiert, aber nicht unbedingt musikaffin war. Meinen ersten Klavierunterricht hatte ich im Alter von 9 Jahren und mit 12 Jahren dann Orgelunterricht. Zunächst war der Unterricht beim Kantor Friedemann Häßler in Bad Neustadt an der Saale, später dann bei Stephan Adam an der Berufsfachschule für Musik hier in Bad Königshofen, wo ich bereits während meiner Realschulzeit Gastschüler war. Und so hat sich das dann schon recht früh entwickelt, dass ich Musik einmal beruflich machen werde. Das Komponieren kam dann irgendwann dazu.
Was war Ihr Lieblingsfach, was Ihr Hassfach?
Es gab sogar drei Lieblingsfächer: Zum einen, was natürlich naheliegt, ist Musik bei Herrn Kilian, der mich auch über das, was an Inhalten im Schulunterricht vermittelt wird, hinaus mit ganz viel Literatur versorgt hat und ja auch selbst Organist ist. Aber auch Geografie und Deutsch fand ich gut. Sport war nicht so mein Fach, wenngleich der Unterricht sicherlich gut war.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Eigentlich nichts in dem Sinne, dass ich etwas nachtrauere oder es mir wieder herbeisehne. Alles im Leben hat seine Zeit.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
Zunächst habe ich zwei Jahre lang die Berufsfachschule für Musik hier in Bad Königshofen besucht. Danach habe ich Kirchenmusik in Hannover studiert und dort meinen B-Abschluss gemacht. Das ist so eine Art Bachelor-Abschluss. Dann war ich für ein Jahr zum Studium in Amsterdam, bevor ich wieder nach Hannover zurückgekehrt bin um meinen A-Abschluss, was letztlich dem Master entspricht, abzulegen. Im Anschluss daran habe ich an der Universität der Künste in Berlin noch ein Aufbaustudium „Orgel Konzertexamen“ bei Professor Leo van Doeselaar gemacht. Und in Berlin bin ich dann auch hängen geblieben.
Würden Sie rückblickend irgendetwas etwas anders machen?
Ja. Ich würde mehr lernen und weniger faul sein in meiner Jugendzeit.
Welche Vorbilder – auch aus der Schule – haben Ihren Weg geprägt?
Da gab es viele. Allen voran mein Professor in Hannover: Pier Damiano Peretti. Zu dem habe ich definitiv aufgeschaut und wir haben auch heute noch einen guten Kontakt zueinander.
An der Berufsfachschule für Musik gab es Stephan Adam.
Und was mich auch beeindruckt hat, war am Theater in Meiningen. Die haben zwar kein sonderlich großes Ensemble, aber wir waren mit der Schule dort bei einer Aufführung, und dirigiert hat Kirill Petrenko das Stück „Der Ring des Nibelungen“. Das fand ich wahnsinnig beeindruckend.
Wer war Ihr Lieblingslehrer/Ihre Lieblingslehrerin?
Gerd Kilian war ein toller Musiklehrer, Chor- und Bandleiter. Aber es gab natürlich auch andere sehr gute Lehrerinnen und Lehrer, zum Beispiel das Ehepaar Feicht oder Frau Saar.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Also, nichts, was strafrechtlich irgendwie von Belang wäre. Aber ja, im Schullandheim waren wir Jungs eben abends schon mal bei den Mädels im Zimmer und mussten dann durchs Fenster flüchten, als die Zimmerkontrolle kam.
Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann...
… würde ich mir wünschen, weitere 1000 Wünsche zu haben.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Hm, es obliegt mir eigentlich nicht, irgendwie sonderlich stolz zu sein oder mich so sehr hervorzutun, nur weil ich Musiker geworden bin.
Was war ihr peinlichstes Erlebnis in Ihrer Schulzeit oder während Ihrer Karrierelaufbahn?
In der Schulzeit fällt mir jetzt so ganz konkret eigentlich nichts ein, was so wirklich total peinlich war. Also irgendwie halt so Sachen, wo man auftreten muss, vor vielen anderen Menschen irgendwie sprechen muss. Ich war eine Zeit lang auch Klassensprecher, obwohl das eigentlich gar nicht so unbedingt meine Rolle irgendwie war. Und da weiß ich noch, dass es einmal zu einer Situation kam, als ein Lehrer ins Lehrerzimmer musste aus irgendeinem Grund, und ich war dann als Klassensprecher irgendwie in der Situation - heute würde man das wahrscheinlich pädagogisch ganz anders machen -, dass ein Herr, ich will jetzt nicht unbedingt seinen Namen nennen, gesagt hat, ich muss mich jetzt nach vorne setzen auf seinen Platz und von jedem Mitschüler, der irgendwie schwätzt, muss ich den Namen an die Tafel schreiben. Kaum war er raus, haben alle angefangen zu reden, wie man sich vorstellen kann. Und ich saß da und habe gedacht, scheiße, was mache ich jetzt? Und habe dann überlegt, soll ich jetzt jemanden an die Tafel schreiben? Habe ich natürlich nicht gemacht, weil das wäre ja meinen Mitschülern gegenüber irgendwie illoyal gewesen. Und dann fing es an, es wurde immer lauter und irgendwann fing dann jemand an und hat mich mit Papierkügelchen beworfen und so. Also das war kein besonders schöner Moment. Aber ich habe niemanden an die Tafel geschrieben. Das habe ich einfach nicht übers Herz gebracht. Und ja, das war das war vielleicht der peinlichste Moment, würde ich sagen. Und dann kam natürlich der Lehrer irgendwann zurück. Im Klassenzimmer herrschte totales Chaos und dann war ich irgendwie der Schuldige, weil ich natürlich nicht so die disziplinierenden Maßnahmen ergriffen habe, wie ich es eigentlich hätte tun sollen.
Welche übermenschlichen Fähigkeiten hätten Sie gerne?
Ich wünschte, ich könnte irgendwie in meinem Kopf sehr viel mehr Dinge speichern, als es tatsächlich der Fall ist. So zum Beispiel Sprachen lernen. Ich spreche Englisch okay, glaube ich, und Italienisch auch ein bisschen. Aber wenn man viele Sprachen gut sprechen kann, dann ist das glaube ich im Leben wirklich so ein Vorteil, dass man nicht nur mit mehr Menschen kommunizieren kann, sondern auch in der Tiefe wirklich viel besser versteht, was Menschen, die eine andere Sprache sprechen, in ihrem Denken unterscheiden, weil Sprache unser Denken ja prägt. Unser Denken besteht meistens aus Sprache. Und wie interessant wäre es, wirklich verstehen zu können, wie man auf Chinesisch, auf Russisch, auf Japanisch oder so auch kommuniziert und nicht nur in diesem westlichen Sprachbereich bleibt. Aber da fehlen mir irgendwie leider ein bisschen die mentalen Kapazitäten dazu. Und auch die Zeit, da jetzt noch irgendwie tief reinzugehen.
Welche Ziele haben Sie noch?
Ja, da gibt es ein paar sehr konkrete Sachen. Ich arbeite hier in Berlin für eine Kirchengemeinde und wir möchten gerne eine neue Orgel bauen. Eine ganz interessante, große, visionäre und relativ einmalige neue Orgel, auf der man ganz verrückte, tolle, zeitgenössische Musik machen kann. Was ja so ein bisschen meine Sache ist, als Komponist auch, aber auch als Spieler. Und ja, das ist ein großes Ziel. Und das ist mittlerweile auch in greifbare Nähe gerückt. Wir haben seit vielen Jahren Geld dafür gesammelt und beantragt bei Stiftungen und bei privaten Unternehmen angefragt und haben es tatsächlich geschafft. Jetzt sind es mittlerweile so, glaube ich, 3,7 Millionen Euro. Und diese Orgel wird tatsächlich Ende nächsten Jahres 2027 eingeweiht in der Zionskirche in Berlin. Und ja, das ist so ein großes Projekt, auf das ich ganz lange hingearbeitet habe. Und ich freue mich sehr darüber, dass das jetzt tatsächlich zustande kommt. Vielleicht noch mal rückwirkend kann ich sagen, dieses Projekt, das wird mir jetzt gerade klar, das ist etwas, auf das ich schon so ein bisschen stolz bin. Wobei ich dazu sagen muss, dass es ja nicht meine Leistung ist, es ist nicht mein Geld, das da reinfließt. Aber dass es uns allen gelungen ist, dieses Projekt zu verwirklichen, der Gemeinde und vielen Beteiligten und mir, das ist etwas, wo ich sagen würde, da bin ich schon stolz drauf, dass das geklappt hat.
Was möchten Sie den Schülerinnen und Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Möglichst wenig TikTok, möglichst wenig Instagram, möglichst viel lesen. Und das kann ich wirklich aus leidvoller eigener Erfahrung sagen, wenn man jung ist, kriegt man Sachen wirklich schnell rein ins System und später ist das nicht mehr so leicht. Also könnte ich jetzt noch mal mit meinem jüngeren Selbst sprechen, dann würde ich sagen, Junge, nicht so viel faulenzen, sondern mach einfach was und da hast du was davon, dein Leben lang. Also, egal, was man für Interessen hat, ob man jetzt eher sprachlich oder naturwissenschaftlich, musikalisch, was auch immer. Egal, aber so viel Wissen wie möglich und so viele Fähigkeiten wie möglich entwickeln und inhalieren. Und da hat man was davon, glaube ich.
Was war für Sie persönlich Ihr größter Erfolg war als Musiker?
Das waren wahrscheinlich zwei Sachen. Einmal der Paul-Hendemith-Preis vom Schleswig-Holstein-Musikfestival. Das ist ein ziemlich renommierter Preis für zeitgenössische Komponisten. Und ich habe da ein Stückchen geschickt und habe mich beworben und habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass das klappt und schon gar nicht den ersten Preis da zu gewinnen, weil ich als Komponist schon so ein paar Sachen gemacht habe, wie ich jetzt überhaupt nicht das Profil habe von, weiß ich nicht, anderen Leuten, die große Opern schreiben oder weltweit irgendwie aufgeführt werden. Und als das geklappt hat, das war wirklich ein toller Moment. Und vielleicht auch vor anderthalb Jahren ist zum ersten Mal in meinem Leben ein Stück für ein großes Sinfonieorchester gespielt worden hier in Berlin vom Konzerthausorchester. Und das war auch ein extrem aufregender Moment. Also ich war unglaublich nervös davor, was ja ein bisschen seltsam ist, weil das Stück war ja geschrieben und ich konnte gar nichts mehr machen, sondern man sitzt dann einfach nur da und muss jetzt eben so akzeptieren, wie das jetzt eben abläuft. Und das war aber ein großer, großer, wichtiger Moment für mich, glaube ich.
War das Stück dann gespielt so, wie Sie es sich vorgestellt haben?
Ja und nein, weil es sehr interessant ist, dass man halt irgendwie einfach akzeptieren muss, dass das, was man geschrieben hat, löst das aus, was dann da erklingt. Und wenn dann irgendetwas halt nicht so funktioniert, wie ich mir das vielleicht vorgestellt habe, dann liegt es natürlich eigentlich an meinem Job, den ich vielleicht nicht so gut gemacht habe. Und das nicht ganz so überzeugend aufgeschrieben habe oder nicht so klar gemacht habe in der Notationsweise, dass möglicherweise das nicht so entstanden ist am Ende musikalisch, was ich eben haben wollte. Aber insgesamt natürlich die Aufführung war sehr gut und es gab natürlich so ein paar Kleinigkeiten, würde ich sagen. Das hätte noch ein bisschen besser sein können, aber das hat bestimmt auch mit meiner Partitur zu tun. Und nicht daran, dass das Orchester das irgendwie schlecht gemacht hat, sondern da lernt man dann draus für das nächste Mal.
Das heißt aber, Sie waren bei den Proben im Vorfeld quasi nicht zugegen, sondern erst im Konzert?
Doch. Das ist so ein Prozess, also ein paar Tage geht das. Und dann ist es aber so, dass natürlich die Probe gehört dem Dirigenten oder in jedem Fall der Dirigentin. Und nach der Probe kann ich dann immer sagen, was ich denke, was sie noch irgendwie arbeiten könnte. Und das hat sie auch sehr, sehr gut gemacht. Und dann ist es aber natürlich immer noch so, dass es halt irgendwie 80 Musiker gibt, wo jeder halt mal einen guten und einen schlechten Tag hat. Und was heute ein bisschen anders wird als morgen, das liegt so in der Natur der Sache. Ja, genau. Okay, das war das eine, was ich mir notiert hatte.
Gab es neben Ihrem Professor, bei dem Sie in Hannover studiert haben, weitere musikalische Vorbilder?
Viele, natürlich, ja, ganz viele. Also in der Berufsfachschule in Bad Königshofen, wie gesagt, das war schon zu meiner Schulzeit in der Realschule, war mein Orgellehrer, der auch so ein Stückchen mein Kompositionsmentor dann geworden ist, Stefan Adam. Ich glaube, der ist jetzt mittlerweile auch schon im Ruhestand. Aber der hat da immer direkt neben der Realschule eben im Orgelsaal, bin ich dann nachmittags immer nach der Schule da rüber. Und ja, das waren auch ganz tolle Momente immer. Und genau, zum Beispiel, oder dann auch in meiner Kindheit gab es in Meiningen, am Meininger Theater, einen fantastischen Dirigenten, damals einen ganz jungen Dirigenten, der da großartige Sachen gemacht hat mit diesem relativ kleines Haus, ein kleines Orchester, nicht so renoviert, Thierry de Petrenko hieß der. Und der hat da von Richard Wagner den Ring des Nibelungen aufgeführt, wo ich auch irgendwie durch irgendeinen Theaterverein habe ich dann dann noch Garten bekommen dahin. Und das war ein unglaublich prägendes Erlebnis, also ein ganz, ganz starker Eindruck. Und heute ist Kirill Petrenko der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Also ganz schlecht hat man das damals in Meiningen offensichtlich nicht gemacht mit der Wahl des Chefdirigenten. Und genau, also seine Art zu musizieren, das hat mich unglaublich beeindruckt. Und das wäre jetzt wahrscheinlich ein bisschen zu hoch gegriffen, zu sagen, dass er irgendwie ein Vorbild ist, weil ich bin ja gar nicht Dirigent, das ist was völlig anderes. Aber den habe ich damals schon als absolute Lichtgestalt wahrgenommen.
Was war für Sie einer der größten Gänsehautmomente als Musiker, von dem Sie noch Ihren Ahnen erzählen werden?
Gänsehautmomente, karrieretechnisch, das sind so eher dann die Sachen, was ich schon gesagt hatte. Dass man jetzt mal irgendwie eine besondere Auszeichnung gewinnt oder irgendwie ein großes Konzert oder eine Uraufführung von irgendeinem Stück oder sowas. Das sind natürlich irgendwie sehr schöne Momente. Gänsehaut, richtig, habe ich immer eher gehabt, wenn ich Konzerten anderer Menschen, Künstler, Musiker, Engels beigewohnt habe. Also jetzt so im musikalischen Bereich bei Konzerten. Und ansonsten bin ich vielleicht nicht so ein extrem emotionaler Typ, dass ich ständig große Gänsehautmomente so habe in meinem Leben. Sondern eher in diesem Bereich. Oder ich bin auch mittlerweile ein ganz ambitionierter, wahrscheinlich mittelmäßiger, aber dennoch begeisterter Hobby-Alpinist. Also in meinem Leben ist es eher so, dass vielleicht so große Natureindrücke, wenn man es irgendwo auf einem einsamen Gipfel geschafft hat, und vielleicht auch die Knie ein bisschen zittern, weil das Panorama grandios ist. Das ist eher so für mich das, was Gänsehaut bei mir auslöst.
Können Sie uns noch einen kurzen Einblick geben in Ihre Arbeit als Komponist und komponieren Sie ausschließlich Kirchenmusik?
Ja, das abschließend zu klären, das wäre natürlich, da bräuchten wir irgendwie sehr, sehr viel Zeit, um dieses Thema total reinzugeben. Weil es natürlich schwierig ist, irgendwo eine ganz klare Trennlinie zu ziehen zwischen, was ist noch Kirchenmusik, was ist ein bisschen Kirchenmusik, was ist auf gar keinen Fall Kirchenmusik. Also es gibt ja sehr, sehr viele Stücke, die für die Kirche geschrieben sind, die heute in Konzertsälen aufgeführt werden, mit oder ohne konkreten irgendwie liturgischen Bezug. Wahrscheinlich müsste man die Frage stellen, was ist liturgische Musik und was ist Musik, die mit kirchlichen Funktionalitäten überhaupt nichts mehr zu tun hat. Und da gibt es natürlich auch sehr, sehr viel reine Orgelmusik, die eigentlich in dem Sinne keine liturgische oder funktionale Kirchenmusik ist, sondern einfach als Kirchenmusik wahrgenommen wird, weil das Instrument Orgel halt irgendwie meistens in diesem kirchlichen Kontext anzutreffen ist. Übrigens auch nicht immer, es gibt ja auch in sehr vielen Konzertsälen sehr schöne, meistens sehr große Orgeln. Und so die meisten meiner Stücke bisher sind tatsächlich Orgelstücke und von denen ist es aber, also so einen direkten kirchlichen Bezug hat fast keins davon, sondern es ist eigentlich abstrakte Musik. Ich habe durchaus auch schon so Stücke für Chor geschrieben mit einem liturgischen Text oder lateinischen Texten, die irgendwie so aus irgendwelchen mittelalterlichen oder altkirchlichen Traditionen stammen, aber das ist jetzt nicht so mein Hauptangebot. Ich sehe mich zumindest selbst nicht als, in Anführungszeichen, Kirchenkomponist, sondern schon als zeitgenössischen Komponisten.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? Kann ich sagen beides? Tendenziell Sommer, aber Winter eigentlich auch.
Mozart oder Beethoven? Ist aber auch schwierig. Tendenziell Beethoven.
Mathe oder Deutsch? Deutsch
Kino oder Theater? Theater
Berge oder Meer? Berge
Zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? Zehn Minuten zu früh
Morgenmensch oder Nachteule? Morgenmensch
Kopfmensch oder Bauchmensch? Dazwischen
Selbst kochen oder essen gehen? Essen gehen
Kunst oder Musik? Musik ist natürlich Kunst. Deswegen ist die Frage eigentlich falsch gestellt. Aber dann, wenn ich mich entscheiden muss, Musik.
Lieber Herr Schnaus,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, dieses sehr interessante Interview mit uns zu führen. Wir wünschen Ihnen beruflich wie privat von Herzen alles Gute für Ihre Zukunft.
Dankeschön!
Ihre Melina Reusch, Mia Siebenschuck und Stefanie Greb
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Name: Max Werner
Abschlussjahr: 2017
Heimatort: Höchheim
Jetziger Wohnort: Würzburg
Fame:auf dem Weg zur Doktorarbeit im Bereich KI
„Hangin' tough, stayin' hungry"“
Survivor
Was ist Ihre schönste Erinnerung aus der Schulzeit?
Ich würde sagen, dass das die Abschlussfahrt nach Prag war. Das war quasi im letzten Schuljahr in der 10. Klasse. Einfach mal mit allen anderen irgendwie mal in einem anderen Kontext raus der Schule zusammen in einer anderen fremden Stadt zu sein. Das war schon spannend und cool.
Welchen Zweig hatten Sie gewählt?
Mein Zweig war der mathematische Zweig, Zweig 1.
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Das war bei der Firma Caldatrac in Irmelshausen. Die bauen Industrieöfen und da war ich in dem Praktikum jedenfalls in der Konstruktion. Also CAD-Programmenteile konstruieren und planen.
War es schon immer Ihr Traum, das zu machen, was Sie jetzt machen?
Immer nicht, aber so als ich in der 8. Klasse war, als es so langsam Richtung Berufswahl gegangen ist, gedacht, jetzt gleich eine Berufsausbildung. Fühle ich irgendwie nicht so. Ich würde lieber ein bisschen weitermachen und hatte da schon das Ziel, Informatik zu studieren. Ab da stand zumindest der Teil dann so fest.
Was war Ihr Lieblings- und Ihr Hassfach?
Ich glaube, Lieblingsfach müsste Mathe gewesen sein. Ich glaube, ich habe kein so richtiges Hassfach.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Ich vermisse irgendwie so diesen Tagesablauf so ein Stück, dass man einfach da früh hingeht, hat es nicht weit und kommt Mittag um 13 Uhr quasi aus der Schule raus und hat einen Tag lang für sich. Das war sowas Wesentliches, was ich manchmal jetzt schon mal gern wieder hätte.
Wie ging es nach der Realschule weiter?
Nach der Realschule bin ich in Bad Neustadt auf die FOS gegangen, weil das der naheliegendste Weg war, um von der Realschule aus in ein Studium zu gehen. Und danach bin ich dann hier nach Würzburg an die Technische Hochschule, habe dort erst Informatik studiert, den Bachelor gemacht. Bachelor ist quasi so ein grundlegenderes Studium und darauf aufbauend kann man dann sein Masterstudium machen. Das habe ich gemacht in Künstlicher Intelligenz. Das war da vor ein paar Jahren gerade ganz neu bei uns. Und dann hatte ich danach eben immer noch nicht genug und bin dann jetzt hier bei uns im Forschungsinstitut hängengeblieben und arbeite da jetzt so vor mich hin.
Würden Sie denn rückblickend irgendwas anderes da machen?
Nö.
Welche Vorbilder - auch aus der Schule - haben Ihren Weg geprägt?
Ich weiß nicht, ob ich so richtig Vorbilder hatte. Es war eher so, dass mich das interessiert hat und ich dann fast schon zielorientiert, da einfach geschaut habe. Okay, ich will Informatik studieren, was muss ich machen, um da am besten hinzukommen? Richtige Vorbilder hatte ich dafür nicht.
Wer war Ihr Lieblingslehrer oder Ihre Lieblingslehrerin?
Da gab es mehrere eigentlich. Ich fand den Herrn Lerche immer total cool. Ich weiß nicht, ob der noch da ist. Peter Fischer, was der im Unterricht gemacht hat, da waren ja viele technische Fächer oder naturwissenschaftliche Fächer. Dann hatte ich Herrn Pickelmann, der war nur ein oder zwei Jahre da, den hatte ich in der zehnten Klasse in Chemie. Von allen naturwissenschaftlichen Fächern, mit denen ich immer so meine Schwierigkeiten hatte, war das richtig cool, was wir in dem Jahr mit ihm gemacht haben. Frau Rettner, die mal meine Klassenlehrerin war, fand ich auch immer lustig.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Also, ich glaube, wir haben jetzt Sachen, die nicht erlaubt sind, sicherlich, aber ich glaube jetzt nicht so groben Unfug gemacht. Wir haben mal diese Trennwände, die es bei so Stegreifaufgaben gibt, die haben wir irgendwann mal einfach angefangen zu sammeln, also nicht zurückzugeben. Die waren dann irgendwie bei uns im Klassenzimmer die ganze Zeit im Schrank. Irgendwann kam dann so der Altbestand aus dem Keller, mit so Holzwänden sind die dann da rumgelaufen, um ihre Schulaufgaben zu machen. Und irgendwann kam dann mal so eine Durchsage in so einer Klassenleiterstunde, dass wir die da vielleicht mal wiederbringen sollten. Und wer auch immer die weg hat, da konnte sich dann irgendjemand bei uns in der Klasse dann nicht mehr halten vor Lachen, und dann sind wir aufgeflogen.
Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Wenn ich einen Wunsch freihätte, dann …
…wünsche ich mir, dass ich mit meinem Vorhaben jetzt hier gut fertig werde und dann auch weiterhin sichere Berufsaussichten habe. Ein Nachteil bei dem Ganzen, was ich hier mache, ist, dass man in der Regel immer nur befristete Arbeitsverträge bekommt. Das heißt, man muss immer wieder aufs Neue gucken, wie es quasi weitergeht. Wenn das geht, dann wäre es schon sehr gut.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Ich bin stolz, dass die vielen Sachen, in die ich mich gerade in den letzten Jahren reingehangen habe, dass ich eigentlich ziemlich immer mein Bestes gegeben habe und dass ich das auch dann schlussendlich ausgezahlt habe und ich jetzt an einem Punkt bin, wo ich immer noch viel geben muss, natürlich, und mich immer noch tagtäglich anstrengen. Aber der Weg, den ich bis jetzt gemacht habe, der war dadurch immer sehr erfolgreich und da bin ich stolz drauf.
Was war Ihr peinlichstes Erlebnis in Ihrer Schulzeit oder Karrierelaufbahn?
Peinlich in der Schulzeit, ich glaube ich bin mal, als ich in der fünften, sechsten Klasse war, ins falsche Klassenzimmer, weil wir irgendwie vertretungsmäßig woanders waren und dann habe ich an einem Klassenzimmer geklopft, wo irgendeine neunte Klasse, also riesige, riesige Leute da drinnen gesessen haben und ich dann, ich bin irgendwie falsch, das war schlimm. Und ansonsten, in letzter Zeit, fallen mir keine konkret so peinlichen Sachen ein.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Fliegen wäre cool.
Welche Ziele haben Sie noch außer der Doktorarbeit?
Genau, das ist jetzt so eines der großen Ziele, sage ich mal natürlich. Darüber hinaus, dass ich, mit was auch immer ich dann da anfange, gut lande und was haben, was mir Spaß macht und was ich gut leben kann.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Ich würde sagen, die Realschule ist ja an sich schon recht stark darauf ausgerichtet, dass alle, die den Abschluss machen, erst mal einen Ausbildungsplatz finden und eine Ausbildung machen. Es gibt natürlich die Möglichkeit, wenn man jetzt sagt, okay, eine Ausbildung ist es vielleicht nicht für mich, ich habe vielleicht tatsächlich nochmal ein bisschen höhere Ziele oder möchte was anderes erreichen, dass es einfach Wege gibt, eine FOS zu machen, eine Gymnasium-Übergangsklasse zu machen, was auch immer, um dann gleich zu sagen, okay, ich mache meinen Realschulabschluss und gehe dann gleich über eine schulische Laufbahn weiter. Das ist sicherlich nicht was für jeden oder was ich jedem einfach empfehlen würde. Aber es ist wichtig, dann doch immer mal zu betonen, dass diese Wege gibt.
Sie hatten gemeint, dass Sie im Bereich der Forschung und da speziell im Bereich KI tätig sind. Was ist aktuell der Gegenstand Ihrer Forschung?
Also mein Bereich ist auch so ein bisschen abseits von den großen Sachen, die man so kennt, so diese Sprachmodelle, Sprachassistenten oder Bildgenerierung. Das sind ja die Sachen, die man meistens damit in Verbindung setzt. Ich bin eher in einem anderen, theoretischen Umfeld unterwegs, was KI-Modelle verwendet für ganz allgemein Zustandsmodellierung. Also das ist ein recht abstrakter Bereich mit viel Statistik. Und ich versuche quasi nicht mit irgendwelchen textuellen Daten zu arbeiten, sondern irgendwelche Aussagen von zum Beispiel physikalischen Messungen zu treffen. Und jetzt allgemein bei uns im Institut, sind wir ein großes Institut mit vielen Bereichen. Wir haben eben auch Leute, die wirklich in diesem Sprachmodellbereich zum Beispiel sind, da geht natürlich gerade ganz anders die Post ab. Und so ein richtig einheitliches Meinungsbild gibt es eben nicht so richtig. Also viele sehen schon, dass gerade vieles einfach im Umbruch ist. Dass viele Arbeiten, die es früher mal gab, jetzt gar nicht mal mehr so unbedingt von Menschen mehr ausgeführt werden müssen, was jetzt nicht nur so einfach Automatisierungssachen sind, sondern ganze Berufsfelder zum Beispiel, die mit Texten arbeiten, die natürlich da massiv von betroffen sind. Und man kann es noch gar nicht so richtig abschätzen, in welche Richtung das jetzt eigentlich geht. Das heißt, es gibt die, die so ein bisschen optimistischer schauen und sagen, okay, irgendwann ist dann so ein Punkt erst mal erreicht, wo sich die KI sozusagen nicht weiter verbessert. Und wir die Menschen jetzt erstmal nicht komplett abschaffen so ungefähr. Es gibt aber auch andere, die sagen, okay, wer auch immer auf dieser Welt die Mittel hat, das Ganze so weit fortzuentwickeln, dass es eben wirklich diese AGI, diese universell intelligenten Modelle, die irgendwie alles Mögliche können, dass das vielleicht doch nochmal in nicht allzu weit entfernt der Zukunft ein Thema wird.
Was wäre ein konkreter Beruf oder was wäre ein konkretes Projekt, woran Sie vielleicht in fünf bis zehn Jahren, wenn Ihre Doktorarbeit abgeschlossen ist, arbeiten würden?
Ich denke, früher oder später ist eigentlich schon mein Plan, raus in die Wirtschaft zu gehen, da trotzdem sowas wie eine Forschungsentwicklungstätigkeit zu machen. Und so dieses ganze Thema Zustandsschätzungsmodelle, das findet bei vielen autonomen Systemen eigentlich Einsatz. So autonomes Fahren benutzt viel physikalische Umgebungsinformationen und sowas. Das könnte ich mir vorstellen, in so einem Bereich, oder muss nicht fahren, kann auch fliegen sein, oder eben irgendwelche anderen Aufgaben, wo es darum geht, Daten wahrscheinlich auch im großen Stil auszuwerten und dann irgendwelche Erkenntnisse zu treffen.
Entscheidungsfragen
| Sommer oder Winter | Sommer |
| Messi oder Ronaldo | Messi |
| Mathe oder Deutsch | Mathe |
| Kino oder Theater | Kino |
| Berge oder Meer | Berge |
| Zein minuten zu früh oder zu spät | Zu früh |
| Morgenmensch oder Nachteule | Nachteule |
| Kopf- oder Bauchmensch | Kopf |
| Selbst kochen oder Essen gehen | Essen gehen |
| Kunst oder Musik | Musik |
Lieber Herr Werner,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um mit uns dieses Interview zu führen.
Wir wünschen Ihnen beruflich sowie privat von Herzen alles Gute.
Dankeschön!
Ihre Pia Bach, Mia Siebenschuck und Stefanie Greb
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Name:Akito Itagaki
Abschlussjahr: 2023
Heimatort:1. – 3. Klasse Japan, ab 4. Klasse Bad Königshofen
Jetziger Wohnort:Bad Königshofen
Fame:Tischtennisspieler in der 3. Bundesliga
„Ich will Spaß, ich geb Gas“
Markus
Was ist die schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Ich glaube, es war tatsächlich die Abschlussfeier, nachdem wir Abschlussprüfungen geschrieben haben.
Welchen Zweig hatten Sie?
Ich hatte den Mathematisch-technischen Zweig.
Wo haben Sie denn Ihr Schülerpraktikum gemacht?
In Bad Königshofen in der Geschäftsstelle für den Bereich Tischtennis, also Ticketverkauf, Ticketorganisierung, Anruf entgegen genommen und so was.
War es schon immer Ihr Traum, Tischtennisprofi zu werden oder wie sind Sie darauf gekommen?
Also ich habe Tischtennis angefangen, weil mein Vater Trainer ist. Ich wurde zwar nicht gezwungen, aber ich habe sozusagen sehr viele Sachen in Japan gemacht. Und als ich nach Deutschland kam, habe ich entschieden, mich nur auf Tischtennis zu konzentrieren und deswegen spiele ich auch Tischtennis.
Was war Ihr Lieblingsfach und Ihr Hassfach?
Tatsächlich war das Geografie, das war das Hassfach von mir. Liegt nicht an der Lehrerin, das kann ich schon mal sagen, aber ich war wirklich zu faul zum Lernen. Und mein Lieblingsfach ist sicher Mathematik, das war für mich das einfachste.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Ja, auf jeden Fall meine Noten. Aber ich vermisse auch die Zeiten mit meinen Freunden, die wir in der Schule verbracht haben. Ende der 9. Klasse und in der Zehnten, seit Corona weg ist, habe ich angefangen, mit Leuten viel mehr Kontakt zu haben. Und das war die schönste Zeit.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
Ich habe versucht, mein Abitur zu machen bis letztes Jahr. Und ich muss sagen, ich bin leider durchgefallen. Und ich bewerbe mich gerade für die Ausbildungsstelle, denn letztes Jahr war die Stelle schon vergeben. Ich mache gerade ein Jahr nur Tischtennis, damit versuche ich auch Geld zuverdienen und nebenbei bewerbe ich mich.
Welche Ausbildung wollen Sie jetzt machen?
Ich möchte gerne Fachinformatiker werden.
Würden Sie rückblickend irgendetwas etwas anders machen?
In Bezug auf die Schulzeit würde ich mehr lernen. Und mehr Deutsch lernen, glaube ich.
Welche Vorbilder – auch aus der Schule – haben Ihren Weg geprägt?
Mitschüler aus meiner Klasse jedenfalls nicht, das kann ich schon mal sagen. Ich habe viel Respekt vor Antonín Gavlas, einer Person vom Tischtennis. Er ist ein tschechischer Spieler und er ist mega schlau, spielt viel besser Tischtennis als ich. Er ist für mich ein Vorbild und er ist nett, so würde ich auch gerne sein.
Wer war Ihr Lieblingslehrer oder Ihre Lieblingslehrerin?
Ich glaube, Frau Koch oder Herr Dutz, einer von den beiden.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Soweit ich weiß, glaube ich nicht. Also was ich auch hoff. Ich habe auch keine Verwarnung bekommen.
Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann...
… wünsche ich bessere Grammatik in meinem Deutsch. Denn ich hatte Herr Wasserbauer die ganze Zeit als Deutschlehrer. Und er meinte, meine Rechtschreibung ist ziemlich okay, aber meine Grammatik ist katastrophal, deswegen hab ich eine schlechte Note in Deutsch. Aber Herr Wasserbauer ist schon sehr nett, er hat mich in der Zehnten durchkommen lassen.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Ich war noch nie stolz auf mich. Aber ich glaube, dass ich überhaupt nach Deutschland gezogen bin. Und irgendwie auch den Realschulabschluss geholt habe. Da bin ich schon ja am meisten stolz. Ich musste die Sprache von neu lernen. Und damals fiel es mir sehr schwer, die Sprache neu zu lernen. Aber trotzdem, das habe ich irgendwie geschafft. Darauf bin ich am meisten stolz, wahrscheinlich.
Was ist Ihr peinlichstes Erlebnis aus Ihrer Schulzeit oder während Ihrer Karrierelaufbahn?
Ich glaube, mein peinlichstes Erlebnis war, dass ich bei Frau Koch in Englisch eine Sechs geschrieben habe, weil ich da für diese Ex nicht gelernt habe, wenn ich das hier sagen darf. Und ich habe eine Sechs bekommen und das war, glaube ich, das Peinlichste.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Ich bin am Zweifeln, entweder weil ich Tischtennis spiele, entweder so gut in Tischtennis zu werden, dass ich nicht mal so viel arbeiten muss und trotzdem gewinnen kann. Das wäre das Beste. Aber gleichzeitig, weil ich letztes Jahr durchs Abitur durchgefallen bin, denke ich mir auch, dass ich dann alle Fächer, die ich im Abi hatte, komplett auswendig lerne und irgendwie einen 1,0er Schnitt bekommen würde. Aber ich bin wegen einem Fach durchgefallen und hätte ich vielleicht dieses Fach komplett auswendig gelernt.
Welche Ziele haben Sie noch?
Da ich es wahrscheinlich eh nicht mehr die Topspitze schaffe, würde ich so lange spielen, wie ich kann, wie das mein Körper aushält und das Beste daraus zu machen. Aber tatsächlich auch an der Uni sein zu wollen, denn ich habe echt Lust, zu studieren. Also aus meiner Erfahrung kann ich sagen, Abi ist schon echt schwer.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Was ich sagen kann, ist erstens Schule genießen, weil nach dem Schulabschluss kann man nicht so viel mit Freunden unternehmen. Natürlich, wenn man ein Fachabi macht, muss man natürlich weiter lernen, aber ansonsten Schule genießen und wirklich gut aufpassen in der Schule, damit man wirklich gute Noten bekommt, weil die Noten sind wirklich wichtig, egal was man macht.
In welchem Alter haben Sie begonnen, Tischtennis zu spielen?
Das war, glaube ich, zweites Schuljahr oder erstes Schuljahr. Aber ich muss sagen, ich habe ein Jahr wiederholt. Als ich nach Deutschland kam, konnte ich kein Deutsch. Und damals war Frau Bauer meine Lehrerin, die hat mir gesagt, es ist besser, wenn ich ein Jahr wiederhole, weil man mit der Hauptschule nicht so viel nach dem Abschluss erreichen kann. Ich spiele schon seit 15 Jahren.
Ich habe sogar in Japan angefangen, Tischtennis zu spielen. Und Japan ist halt sehr schwer. Ich habe auch mit meinen Freunden ein paar Mal gespielt und ich habe immer verloren. Und ich dachte, Tischtennis wäre nicht so mein Ding in Japan. Aber ich kam nach Deutschland, da habe ich das erste Turnier in Bayern relativ gut gespielt. Die haben mich ins deutsche Turnier mitgezogen. Ich war sogar der zweite Platz in diesem Turnier. Also Zweiterbester in Deutschland gewesen. Aber ich wollte noch nie so richtig Profi werden, weil ich weiß, dass es sehr schwer ist, damit Geld zu verdienen. Aber ja, letztlich habe ich das Beste versucht. Und ja, ich meine, dritte Bundesliga ist gut. Ich habe auch ein bisschen Glück, dass der Verein Effeltrich mir angeboten hat, dort zu spielen. Aber ja, ich kann nur sagen, ich habe richtig viel gearbeitet. Ich hätte natürlich auch viel mehr lernen können, aber ich habe eben lieber Tischtennis gespielt.
Haben Sie jemals überlegt, hauptberuflich Tischtennis zu spielen?
Ich meine tatsächlich, ich bin gerade Profi sozusagen, weil ich jetzt nichts anderes mache. Ich zahle auch Miete bei meinen Eltern und da muss ich ja Geld verdienen. Aber ich will jetzt auch nicht mehr im Bereich Tischtennis machen, da es für mich sehr anstrengend, denn ich muss da sein, da sein, da sein. Ich muss für mich kümmern und sowas. Ich meine, ich werde halt besser im Kopf, dass ich dann an alles denken muss und sowas. Aber trotzdem ist es schon echt anstrengend.
Wäre prinzipiell der Gedanke da, da Sie aktuell in der 3. Bundesliga spielen, doch noch in der 2. Oder 1. Bundesliga zu spielen?
Ich habe dieses Jahr echt gut gespielt, dass ich nächstes Jahr in der oberen Klasse spielen darf. Aber unsere Mannschaft hat gemeint, hey, Akito, wir wollen nächstes Jahr auch versuchen, in die Zweite Bundesliga aufzusteigen und bleib bitte da. Das ist kein Problem, ich mag die Mannschaft, sonst bleibe ich nicht.
Apropos erste Bundesliga, habe ich schon mal in Bad Königshofen gespielt, dort würde ich schon gerne nochmal spielen, wenn ich gut genug bin. Aber dafür muss ich halt wirklich etwas wegschmeißen, was ich im Leben mache. Aber für mich bedeutet ein gutes Gehalt ein sicheres Leben. Da würde ich lieber so den Ausbildungsweg gehen. Und wenn ich trotzdem gut werde, dann habe ich schon echt Lust drauf, noch Bundesliga zu spielen. Aber Zweite Bundesliga nächstes, übernächstes Jahr, habe ich schon echt Lust drauf zu spielen.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? | Winter |
Messi oder Ronaldo? | Messi |
Mathe oder Deutsch? | Mathe |
Kino oder Theater? | Kino |
Berge oder Meer? | Meer |
Lieber zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? | leider zehn Minuten zu spät |
Morgenmensch oder Nachteule? | Nachteule |
Kopfmensch oder Bauchmensch? | Bauchmensch |
Selbst kochen oder essen gehen? | selbst kochen |
Kunst oder Musik? | Musik |
Sehr geehrter Herr Akito,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um dieses Interview mit uns zu führen. Für Ihren weiteren Lebensweg wünschen wir Ihnen sportlich, beruflich wie privat von Herzen alles Gute.
Dankeschön!
Ihre Sarah Wiener und Stefanie Greb
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Name: Karsten Büttner
Abschlussjahr: 2006
Heimatort: Herbstadt
Jetziger Wohnort: Herbstadt
Fame:Lehrer an der Realschule, an der er selbst Schüler war
„Ich hab‘ gedacht ich würde dich nie wiedersehn“
Die Toten Hosen
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Wow, okay, ja, die Abschlusszeit, also Abschlussprüfung, die Zeit da drum herum, der Skikurs natürlich, also das, was euch auch am meisten Spaß macht. Schullandheimfahrten, alles, was ein bisschen so außerhalb läuft. Bei uns gab es damals noch ein bisschen mehr Angebot. Wir waren zum Golfen zum Beispiel am Nachmittag mal mit Herrn Schulte damals. Ja, das sind so Sachen, an die ich mich erinnere.
Welchen Zweig haben Sie gewählt?
Den mathematisch-technischen Zweig hatte ich.
Wo haben Sie ihr Schülerpraktikum gemacht?
Es gab damals noch kein Schülerpraktikum, zumindest kein verpflichtendes über die Schule. Ich habe trotzdem drei Stück gemacht. Eines war in einer IT-Firma in Großbardorf, die gibt es aber nicht mehr. Eines war in Wülfershausen bei Büttner Heizung-Sanitär-Installation, das ist auch mein Onkel. Und ein drittes habe ich noch gemacht bei der Firma Erhard hier in Bad Königshofen.
War es schon immer Ihr Traum, Lehrer zu werden? Und wie sind Sie darauf gekommen, gerade diesen Beruf auszuüben?
Also, es war auf gar keinen Fall mein Traum. Als ich hier von der Realschule gegangen bin, war Lehrer ganz weit weg. In meinem Abschlusszeitungsbericht steht drin, dass ich ein guter Pfarrer geworden wäre, weil ich zu Predigen sprechen würde, ist mir gesagt worden. Aber Lehrer war tatsächlich nie die Nummer eins. Ich habe dann aber erst eine Ausbildung gemacht bei Siemens in Bad Neustadt. Und über den Weg hat sich das dann entwickelt, dass ich die Mathematik doch sehr liebe. Und dann war es sehr klar, dass es die Mathematik wird, die eines meiner beiden Fächer ist. Und IT hat sich dann ergeben, weil Physik nicht mein Fach war, Chemie nicht mein Fach war. Und IT war dann die einzigen Kombinationen, die mir angeboten wurde an der Uni, und ich es aber trotzdem jetzt sehr liebe das Fach.
Was war Ihr Lieblingsfach und was Ihr Hassfach?
Sport war, glaube ich, mein Lieblingsfach damals. Mathe auch, aber da bin ich mit den zwei Lehrkräften, die ich in meiner Realschulzeit hatte, nicht so klargekommen. Sport habe ich wirklich geliebt und IT natürlich. Ich hatte auch die Frau Schmidt damals gehabt. Da schließt sich dann der Kreis irgendwo. Mein Hassfach war tatsächlich Englisch. Hat aber einen Hintergrund, und zwar, ich bin vom Gymnasium auf die Realschule gewechselt und hatte am Gymnasium kein Englisch gehabt. Und alle anderen Schüler, zu denen ich in die Klasse gekommen bin, hatten schon über zwei Jahre Englisch gehabt. Und ich konnte gar nichts. Und die Schule hat es damals leider verschlafen, mir eine Nachholfrist einzuräumen, und so bin gleich mit lauter Fünfern und Sechsern in das Schuljahr gestartet in Englisch. Und deswegen war das ein total negatives Erlebnis.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Nachdem ich jetzt wieder hier in der Schule bin, habe ich ja eigentlich alles. Ich habe nette Kollegen, ich habe nette Schüler. Ich habe den Volker im Pausenverkauf. Ich glaube, dass es als Schüler unbeschwerter ist, in der Schule zu sein. Zwar mit dem Druck, was lernen zu müssen. Jetzt als Lehrer habe ich den Druck nicht mehr. Aber im Gegenzug muss ich euch etwas beibringen, dass ihr einen Mehrwert habt.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
Ich habe eine Ausbildung als Mechatroniker bei Siemens gemacht. Dann war leider die Wirtschaftskrise 2008, 2009. Das heißt, ich bin nur ein Jahr übernommen worden für bei Siemens. Ich war dann ein halbes Jahr im Lager als Staplerfahrer. Das war gar nicht meins. Dann war mir klar, ich brauche jetzt irgendwas anderes. Dann gab es damals noch den Zivildienst und den Wehrdienst. Ich bin dann vom Wehrdienstamt angeschrieben worden, hätte dann zur Bundeswehr gesollt und habe mich dann entschieden, beim BRK in Bad Neustadt Fahrdienst und Menüausgaben zu machen. Das hat mich sehr geprägt. Und das war auch so ein bisschen der Umstieg zum Lehrer dann vielleicht. Dann habe ich mein Abitur nachgeholt an der BOS in Bad Neustadt. Dann habe ich das allgemeine Abi in Schweinfurt nachgeholt, also noch ein Jahr BOS gemacht, und dann musste ich eine Entscheidung treffen und bin ich nach Bayreuth zum Studieren. Ich habe in Bayreuth Mathe und IT studiert. Und dann bin ich über Nürnberg nach Waldkraiburg, Fürth und dann bin ich in Bad Königshofen gelandet.
Würden Sie rückblickend irgendetwas anders machen?
Ja. Ich würde nicht in die Großindustrie gehen und meine Ausbildung dort machen, sondern ich würde ins Handwerk gehen. Irgendwas wie Kfz-Mechatroniker in die Richtung hätte ich lieber gemacht, weil dann hätte ich jetzt die Fähigkeit, das, was ich damals gelernt habe, auch jetzt anwenden zu können. Zum Beispiel mein Auto selber reparieren. Oder wenn ich Schreiner gewesen wäre, könnte ich jetzt was mit Holz daheim machen. Ich glaube, das wäre so meins gewesen.
Welche Vorbilder, auch aus der Schule, haben Ihren Weg geprägt?
Also nachdem ich ja nicht wusste, dass ich Lehrer werde, war jetzt in der Schule nicht das typische Vorbild, dass ich gesagt habe, ich möchte so werden wie er. Was mir immer wichtig war, war, dass fair mit einem umgegangen wird. Es gab leider in meiner Schulzeit mehrere Fälle, wo ein Lehrer andere bevorzugt hat und andere benachteiligt, hat, wo ich teilweise auch gar nicht betroffen war. Aber das hat mich sehr gestört und das war so, dass ich mir das auf die Fahne schreib, wo ich gesagt habe, ich finde, dass alle gleich berechtigt gehören. Und das ist so ein bisschen das, was ich gerne mache. Und die typischen Vorbilder wie mein Dad und meine Mom. Ich habe einen Zwillingsbruder. Und es ist immer so, wenn er etwas eher konnte als ich, dann wollte ich nachziehen. Und das ist bei ihm, glaube ich, genauso. Wenn einer von uns gut im Fußball war, dann hat der andere mehr trainiert, weil er halt auch auf das Level wollte. Und ich glaube, das war eine positive Rivalität in dem Moment.
Wer war Ihr Lieblingslehrer oder Ihr Lieblingslehrer?
Ich hatte großen Respekt vor Herrn Buchs gehabt. Der ist damals frisch an die Schule gekommen, als ich Schüler war. Und ich fand seine Art gut. Das Ruhige und doch klare Kante. Der Herr Kilian, also der Dad von unserem Herrn Kilian, hat Musik und Religion unterrichtet. Aber ich fand das so cool, dass er zwischenmenschlich sehr nett war. Bei dem habe ich dann auch in der Schulband gespielt. Also, das war echt cool. Ansonsten bin ich mit vielen Lehrern einfach nicht klargekommen. Das lag vielleicht auch an mir, an meiner Art. Aber es waren wirklich, in Mathe vor allem ganz, ganz schwierige Lehrer, die ich damals hatte. Aber wem erzähle ich das, ihr kennt das, oder?
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Also, ich bin am letzten Schultag nach der letzten Prüfung ohne Helm mal Roller gefahren. Und da hatte ich aber Glück gehabt. Ich bin selber nicht gefahren, sondern der andere ist gefahren. Der hat kein Helm dabeigehabt. Und dann sind wir an der Polizeistation in Bad Königshofen vorbeigefahren. Und da kam in dem Moment ein Polizeiauto raus. Und da hatte ich tatsächlich Glück gehabt, dass die Polizei da sehr kulant war in der Sekunde und mich nur darauf hingewiesen, dass ich doch bitte absteigen soll und ich bin dann gelaufen. Und der Kumpel ist weggefahren. Also, wir haben keine Strafe bekommen. Da hatte ich wirklich ausnahmsweise mal wirklich Glück gehabt. Ansonsten waren bei uns Handys im Unterricht noch erlaubt. Also, sie mussten leise sein, man durfte sie nicht bedienen, aber man konnte sie am Körper tragen. Ja, unter der Bank haben wir reihenweise SMS geschrieben, also, bin ich ehrlich.
Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann...
… wünsche ich mir, ja, Gesundheit. Das ist immer das, was ich ganz, ganz wichtig finde. Nicht nur für mich, sondern auch Freunde, Familie. Das merke ich jeden Tag. Wenn jemand krank ist, dann ist das nicht schön.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Dass ich Vater geworden bin letztes Jahr. Auf meinen Sohn. Dass der jetzt schon ganz fleißig durch die Gegend flitzt. Dann, ja, dass wir ein Haus gebaut haben in Herbstadt. Und jetzt, ja, vor einem Monat ungefähr bin ich zum Gemeinderat gewählt worden. Also, ich glaube, das ist so ein bisschen das. Und dann auch jetzt den Weg, warum wir dann dieses Interview jetzt auch machen, also, diesen Weg zurückzukommen an die Realschule, ich finde, das so eine Aschenbrödel-Geschichte, sagt man da so in die Richtung. Irgendwie so, dass das alles geklappt hat. Und meine Mutter hat immer gesagt, Karsten, du gehst immer den leichtesten Weg in deinem Leben. Also, es war nichts Positives, sondern eher was Negatives. Weil sie gesagt hat, immer wenn etwas Schweres auf mich zukommt, habe ich versucht, irgendwie außenrum zu laufen. Und das habe ich ihr demletzt mal wieder erzählt. Und dann hat sie gesagt, ja, das war in dem Moment, glaube ich, wichtig, dass sie das gesagt hat. Aber sie ist dann doch stolz, dass ich das durch das Studium gekämpft habe. Und das dann auch geschafft habe, wirklich in der Regelstudienzeit. Das passiert ganz selten, dass das jemand wirklich in der vorgegebenen Zeit schafft. Also, alle, die mit mir studiert haben, die haben zehn, zwölf Semester gebraucht und ich habe es wirklich in sieben Semestern durchgezogen. Meine Ausbildung, ja, das sind alles so Lebensabschnitte.
Was ist das peinlichste Erlebnis in Ihrer Schulzeit oder während Ihrer Karrierelaufbahn?
Ja, das ist ganz einfach. Ich habe in der Abschlussprüfung Mathematik eine Seite vergessen zu bearbeiten. Ja, das war tatsächlich nicht das Peinlichste, sondern das war dann im Moment eigentlich alles. Traurig war ich, ich war wütend, ich war eigentlich alles. Das war, glaube ich, das letzte Mal in meinem Leben, wo ich geweint habe. Da bin ich heimgekommen. Ich hatte monatelang gelernt. Und ich war wirklich gut in Mathe. Ich habe im Jahresfortgang immer Zweier gehabt, weil ich mit der Lehrkraft nicht so zurechtgekommen bin. Aber ich hatte tatsächlich alle Abschlussprüfungen, die in diesen roten Heften drin sind, habe ich alle durchgemacht. Ich konnte alles in- und auswendig. Und dann gab es das System damals noch, das gibt es zum Glück heute nicht mehr, es gab einen Pflichtteil, den musste jeder Schüler bearbeiten. Und es gab drei Wahlteile. Und die Lehrkraft hat früh, als die Abschlussprüfungen geöffnet worden sind, hat sie zwischen diesen drei Wahlteilen entschieden, welche zwei von allen Schülern bearbeitet werden sollten. Weil es halt manchmal ein Thema gab, wo die Schüler nicht so gut vorbereitet waren. Und dann durfte die Lehrkraft zwei von diesen drei Themen auswählen. Ich hatte das leider nicht richtig verstanden und dachte, ich wähle. Also ich habe dann in der Abschlussprüfung auch nochmal gewählt. Und war dann wirklich fast eine Stunde früher fertig als alle anderen. Und saß dann drinnen und habe mir gedacht, hey, ist voll gut gelaufen. Gehe raus und sage, und, welchen Teil habt ihr genommen, A oder B? Und dann guckt der mich an und sagt, bist du blöd? Wir hätten beide machen müssen. Und ich so, nicht dein Ernst? Dann bin ich nochmal rein zum Lehrer und der hat gesagt, ja, komisch, Karsten. Ich habe dann Dreier gehabt trotzdem, volle Punktzahl auf das, was ich bearbeit hatte. Aber die Seite, die ich nicht bearbeit hatte, hatte ich halt leider null Punkte.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Da erwartet man vom Lehrer jetzt irgendwas Kluges, gell? Ich wäre gern allwissend. Und zwar, ich würde gern, wenn Probleme da sind, diese Probleme immer gern lösen. Und es gibt leider Probleme, die kann man nicht lösen, oder die kann man mit seiner kleinen Position, die man gerade hat, nicht lösen. Und da wäre es einfach schön, wenn man diese Problemlösungsmacht hätte und Probleme lösen kann.
Welche Ziele haben Sie noch?
Also durch den Gemeinderat habe ich jetzt privat erst mal das Ziel erreicht, was ich wollte. Alles, was dann danach kommt, das muss ich erst mal sehen, wenn ich die Arbeit als Gemeinderat jetzt mache. Schulisch gesehen, habe ich der Frau Went irgendwann mal gesagt, dass ich mir vorstellen kann, in die erweiterte Schulleitung zu gehen. Schulleitung selber ist glaube ich nichts für mich. Das ist mir zu verantwortungsvoll am Ende. Ja privat, wir wollen noch ein zweites Kind. Also der Jonah ist uns nicht genug, wir hätten gerne noch mehr Power zu Hause. Das sind so die kleinen Schritte. Und in naher Zukunft möchte ich meinen Garten noch fertig machen.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Dass sie weniger am Handy sitzen und mehr in die Natur gehen. Ich ertappe mich da selber, also nur, dass ihr das mal seht, ich bin heute auch schon 50 Minuten am Handy gewesen. Und am Tag bin ich bestimmt auch 2-3 Stunden dran. Ich mache jetzt nicht nur TikTok, wie viele von euren Mitschülern. Und ich glaube, dass das eine Entwicklung ist, in eine Richtung, die sowohl den Schülern nicht guttut als auch der Gesellschaft nicht guttut. Und das versuche ich auch mit den Schülerinnen und Schülern anzusprechen, damit die Schüler das Verstehen. Dass das, glaube ich, eine ganz schwere Entwicklung ist, die man vielleicht rückgängig machen soll.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? Winter
Messi oder Ronaldo? Muss ich? Darf ich auch kurz was dazu sagen? Ja. Also, ich habe Riesenrespekt vor beiden. Für mich ist der Ronaldo der, der mehr Arbeit reingesteckt hat in das, was er erreicht hat. Und der Messi ist der Talentiertere. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich wahrscheinlich Ronaldo wählen.
Mathe oder Deutsch? Mathe
Kino oder Theater Kino
Berge oder Meer? Berge
Zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? Zehn Minuten zu früh, möchte ich auch kurz erläutern. Ich finde, wenn man sich mit jemandem trifft und die Person muss warten, dann tut man ihr Unrecht. Also, ich finde, man muss Respekt vor den anderen Personen haben und sagen, ich komme lieber zu früh und der andere muss nicht auf mich warten. Also, wenn er warten muss, dann zeige ich ihm, dass er es mir nicht wert ist, dass ich pünktlich da bin.
Morgenmensch oder Nachteule? Früher eher Nachteule, aktuell bin ich eher der Morgenmensch, liegt aber daran, dass Jonah um sieben Uhr auf mir rumhüpft. Also, dann eher Morgenmensch.
Kopfmensch oder Bauchmensch? Kopfmensch
Selbst kochen oder essen gehen? Wir haben einen Thermomix deshalb selbst kochen. Aber ich weiß nicht, ob man das als selbst kochen bezeichnen darf.
Kunst oder Musik? Musik
Lieber Herr Büttner,
vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um dieses Interview mit uns zu führen. Wir wünschen Ihnen für ihren beruflichen Werdegang und auch privat von Herzen alles Gute!
Dankeschön!
Ihre Anna Rützel, Klara Zeitz und Stefanie Greb
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Name:Christina Lurz
Abschlussjahr: 2005
Heimatort:Stadtlauringen
Jetziger Wohnort:Großbardorf
Fame:Lehrerin an der Realschule, an der sie selbst Schülerin war
„Ja, ich weiß, es war ne geile Zeit“
Juli
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Die schönsten Erinnerungen sind eigentlich so die gemeinsame Zeit mit den ganzen Freundinnen. Ich war in einer reinen Mädelsklasse und wir waren echt eine coole Truppe, würde ich jetzt mal sagen. Das sind eigentlich so die schönsten Erinnerungen, den Schulalltag irgendwie zusammen zu erleben.
Welchen Zweig hatten Sie?
Ich hatte auch den Wirtschaftszweig.
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Zu meiner Zeit war das alles noch in den Ferien, nicht während der Schulzeit. Ich war mal im Kindergarten, ich war mal im Reisebüro, ich war mal in Schweinfurt bei Bosch-Rexroth in der Industrie. Ich habe da verschiedene Sachen ausprobiert.
Wie war schon immer Ihr Traum Lehrerin zu werden und wie sind Sie darauf gekommen, gerade diesen Beruf auszuüben?
Es war tatsächlich schon immer mein Wunsch. Aber nach der mittleren Reife hat der Berufsberater, das war damals auch schon der Herr Schmidt, eben schon gemeint, dass man wenig Möglichkeiten hat ohne Abitur. Da kann man eher Fächer im Bereich Ernährung oder IT machen. Und ich hatte auch die Eltern im Nacken sitzen, die dann gesagt haben, mache doch erstmal eine Ausbildung und schaue dann weiter. Das habe ich dann auch so gemacht und habe nach der Ausbildung gemerkt, dass es eigentlich immer noch mein Wunsch ist. Ich habe deshalb dann an der BOS das Abitur nachgeholt und dann studiert.
Was war Ihr Lieblingsfach und was war Ihr Hassfach?
Also, was heißt gehasst? Ich war so ein typisches Mädchen, eher schlecht in Chemie und Physik. Ich habe das einfach nicht verstanden. Ich war eher so der auswendig-lernen-Typ. Und BWR habe ich eigentlich schon immer bevorzugt.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Ich glaube dieses Unbeschwerte. Das Zusammensein mit den Freundinnen. Klar, es war dann mal anstrengender. Man musste auch mal lernen. Aber man ist um ein Uhr heim, hatte Freizeit. Und spätestens wenn man mal gearbeitet hat und Verantwortung übernehmen muss, wenn man älter ist, dann vermisst man das schon.
Wie ging es für Sie nach der Realschule weiter?
Ich habe eine Ausbildung gemacht im Steuerbüro zur Steuerfachangestellten in Schweinfurt. Ich habe dann das Abitur nachgeholt an der BOS in Nürnberg, weil ich auch weg wollte von daheim. Und mein Freund, Mann, ja auch zum Studieren dann schon in Erlangen war. Dann folgten das Studium, Referendariat in München, dann erstmal Elternzeit. Dann habe ich es irgendwie wieder nach Königshofen geschafft, an die Schule zurück.
Würden Sie rückblickend irgendetwas anders machen?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe erst kurz bereut, eine Ausbildung gemacht zu haben, statt direkt auf die FOS zu gehen. Ich dachte immer, ich habe dadurch Jahre verschwendet. Aber im Endeffekt war das gar nicht der Fall, weil so viel Zeit habe ich dadurch jetzt auch nicht zusätzlich gebraucht. Und ich merke im Nachhinein, dass ich dann zumindest schon mal Berufserfahrung habe. Gerade in BWR mit der Steuerfachangestellten. Man kennt das dann auch aus der Praxis, aus dem Alltag und nicht nur in der Theorie, so wie man es in der Schule lernt.
Welche Vorbilder auch aus der Schule haben Ihren Weg geprägt?
Ja, das ist jetzt blöd, wenn ich sage, ich hatte eher negative Vorbilder. Aber das war auch so ein Grund, warum ich gesagt habe, ich würde gerne Lehramt machen. Weil ich irgendwie immer dachte, ich glaube, ich kann das besser. Ich hatte auch viele Lehrer - ich will jetzt natürlich keinen Namen nennen - die schon älter waren und schon sehr lange an der Schule waren. Die haben damals schon meine Mutter unterrichtet und immer irgendwie den gleichen Unterricht über Jahrzehnte gemacht. Das war sehr eintönig und langweilig. Ich dachte immer, nee, irgendwie motiviert mich das, das anders zu machen, besser zu machen.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Ja, jetzt wollt ihr bestimmt auch wissen, was. Ich weiß noch, dass wir einmal in der Vertretungsstunde spazieren gegangen sind. Und da habe ich mich dann unerlaubterweise von der Gruppe entfernt mit anderen Mitschülerinnen. Dann hatten wir auch einen Chemielehrer, den wir alle nicht so gern mochten, der aber auch nie so wirklich kapiert hat, was eigentlich los ist. Dann haben wir da auch manchmal geschwänzt und uns aus dem Klassentagebuch ausgetragen und danach wieder eingetragen. Das soll jetzt nicht ein Vorbild für euch sein, aber das haben wir eben gemacht.
Wer war Ihr Lieblingslehrer oder Ihre Lieblingslehrerin?
Lieblingslehrer war Herr Haiduczek in BWR und den Herrn Loster in Mathe, den mochte ich auch sehr gerne.
Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz, wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann...
Das ist schwierig. Dann würde ich gerne den Mut aufbringen, mehr zu reisen, mehr zu wagen, mehr auf mich selber zu hören und zu achten. Und das machen, was mir guttut und gefällt.
Was ist Ihr peinlichstes Erlebnis aus Ihrer Schulzeit oder während Ihrer Karrierelaufbahn?
Puh, peinlichstes Erlebnis. Während der Schulzeit, dass man dann schon auch mal beim Spicken erwischt wurde. Oder eben das unerlaubte Entfernen ist leider auch aufgefallen. Da habe ich dann auch einen Verweis bekommen. Das war mir dann schon peinlich, vor allem meinen Eltern gegenüber. Ich tendiere schon öfter mal dazu, in irgendwelche Fettnäpfchen zu treten, aber jetzt so etwas Großes fällt mir nicht ein.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Also schon irgendwo, dass ich es dahin geschafft habe, wo ich jetzt bin, dass ich da auch nie irgendwie den Mut verloren habe. Als Lehrer ist ja auch nie klar, wo man mal hinkommt, wo man eingesetzt wird, und ich habe da wirklich sehr oft gedacht, oh Gott, wie soll das weitergehen? Auch mit meinem Mann. Es hieß, er arbeitet da, jetzt kann es aber sein, dass du da und da hinkommst. Und ich habe aber immer gesagt, ich glaube daran, dass es klappt. Ich möchte Lehrerin sein. Zur Not muss ich eben an eine Mittelschule oder was anderes in dem Bereich machen. Aber ich liebe den Beruf und das fügt sich schon alles irgendwie. Und das hat dann auch funktioniert. Also, dass ich da immer positiv geblieben bin.
Welche übermenschlichen Fähigkeiten hätten Sie gerne?
Ich würde mich gerne beamen können. Also, manchmal, wenn man so vor langen Autofahrten steht, oder wenn das irgendwie so... zack-bumm funktionieren könnte und du bist du zu Hause. Oder mal schnell an irgendeinem entfernten Ort ein bisschen Sonne tanken oder so. Das würde mir sehr gut gefallen.
Welche Ziele haben Sie noch?
Das Leben zu genießen, viel Zeit mit der Familie verbringen und einfach gesund bleiben.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Genießt die Schulzeit, aber versucht auch, das Beste aus dieser Zeit für einen selber herauszuholen. Ich habe manchmal das Gefühl, aktuell ist es schwierig, Schüler zu motivieren, zumindest viele Schüler zu motivieren. Viele haben einfach nur das Bedürfnis, das irgendwie zu überstehen. Und ich sage dann auch mal, versucht doch irgendwie, auch wenn ihr unterkommt und eine Ausbildung findet, das Bestmögliche rauszuholen, weil man nie weiß, wie es weitergeht. In meinem Fall war es dann auch nochmal interessant, zu wissen, wie die mittlere Reife ausgefallen ist. Dann will man vielleicht mal raus aus Bad Königshofen, mal was sehen, mal in eine andere Stadt ziehen, mal ein bisschen eigenständig leben. Und dazu finde ich es wichtig, dass man die Zeit hier auch intensiv nutzt, aber auch trotzdem irgendwie Spaß hat.
Waren Sie dann in einer gemischten Klasse, also mit Französisch? Oder gab es das überhaupt so?
Das gab es noch nicht. Französisch gab es erst kurz danach. Während meiner Zeit hier kamen die Fünften dazu. Ich war noch vierstufig. Ab der Siebten ging hier quasi für mich die Schule los und es gab nur Mathe und BWR. Die in der A waren, wie es bei uns jetzt auch oft ist, wirklich nur so zwei, drei Mädels. Dann gab es die B noch und die C war dann eben nur noch Mädchen. Ich habe es ja genossen. Es gab natürlich viele Lehrer, die fanden das eher anstrengend. Da könnt ihr mal den Herrn Riedel fragen, der hat immer gesagt, die Zicken, die Weiber. Aber ja, ich fand es cool.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? Sommer
Messi oder Ronaldo? Ronaldo
Mathe oder Deutsch? Mathe
Kino oder Theater? Kino
Berge oder Meer? Meer
Lieber zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? Lieber zu früh kommen
Morgenmensch oder Nachteule? eher Morgenmensch.
Kopfmensch oder Bauchmensch? Leider eher Kopf. Ich würde gerne öfter auf meinen Bauch hören.
Selbst kochen oder essen gehen? Ja, essen gehen. Aber meistens kocht man dann doch selbst.
Kunst oder Musik? Musik
Liebe Frau Lurz,
vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um dieses Interview mit uns zu führen. Wir wünschen Ihnen für ihren beruflichen Werdegang und auch privat von Herzen alles Gute!
Dankeschön!
Ihre Anna Rützel, Klara Zeitz und Stefanie Greb
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Name:Jennifer Ankenbrand
Abschlussjahr: 2010
Heimatort: Rothausen
Jetziger Wohnort: wieder Rothausen
Fame:Lehrerin die an der Realschule, an der sie selbst Schülerin war
„Egal, was kommt, es wird gut, sowieso“
Marc Forster
Was ist Ihre schönste Erinnerung an ihre Schulzeit?
Doch, ich glaube das war die Abschlussfahrt für uns. Es gab ja keine typische Abschlussfahrt 2010, wir haben eine Englandfahrt gemacht. Genau, das war so das erste Mal ins Ausland nach dem Skikurs, aber so richtig Ausland, wo auch mal Englisch gesprochen wird und nicht Deutsch. Das war so das Prägendste. Mit der Frau Saar war das.
Welchen Zweig hatten Sie?
Den mathematischen, den 1er-Zweig.
Wo haben sie ihr Schülerpraktikum gemacht?
Mein Schülerpraktikum habe ich in einem Kindergarten gemacht, in Behrungen, da war ich selbst auch, irgendwie verbindet es. Ich war da selbst auch Kind im Kindergarten und dann bin ich so in meinen Safe-Space zurück.
War es schon immer Ihr Traum Lehrerin und Schulpsychologinzu werden und wie sind Sie drauf gekommen, ausgerechnet diesen Beruf zu ergreifen?
Also, ich würde mal sagen, mein Kindheitstraum war es irgendwie schon immer Lehrerin zu werden und ich habe Bilder daheim, wo ich auch Zahlen mit drauf geschrieben habe, also irgendwas mit Mathe oder zumindest mit Zahlen. Aber der Traum hat sich irgendwann dahingehend entwickelt, was mit Menschen zu arbeiten. Und dadurch, dass ich ja vom Gymnasium an die Realschule gewechselt bin, weil ich mit Sprachen gescheitert bin, wollte ich nicht auf die FOS, ich wollte eigentlich nicht länger Schule machen und dann fand ich total toll, irgendwie mit Kindern oder halt mit Menschen zu arbeiten, vorwiegend jüngeren Kindern und da war Schulpsychologie gar kein Thema, Null Komma Null. Mathe war schon immer so ein bisschen Thema, es hat mir schon immer Spaß gemacht und dann habe ich aber gemerkt, eigentlich in der Ausbildung, das reicht mir nicht, das ist mir ein bisschen, naja zu wenig würde ich nicht sagen, weil der Job ja sehr anspruchsvoll ist, ich würde sagen, dieses Lehren fehlt, nicht nur das Erziehen und Begleiten, sondern auch das Lehren und dann war es eine Berufsberatung, die dann auch Schulpsychologie mit ins Boot geholt hat, dass ich dann ja am Menschen bleiben kann, das war ja das Erziehermäßige, am Menschen bleiben und nicht nur von der Klasse zu stehen und dann ist die Schulpsychologie mit reingekommen.
Was war Ihr Lieblingsfach und was Ihr Hassfach?
Meine Lieblingsfächer waren eigentlich schon immer Mathe und Sport und mein Hassfach war echt Englisch.
Was vermissen Sie aus ihrer Schulzeit?
Die relativ freien Nachmittage und dass man die Freunde oder halt die Menschen, die man auch mag, ich hatte viele Freunde in meiner Klasse, dass man die eben eigentlich ganz oft um sich herum hatte.
Wie ging es für sie nach der Realschule weiter?
Ich habe mich beworben und bin auch genommen worden für eine Erzieherausbildung im BBZ in Münnerstadt. Das sind insgesamt fünf Jahre damals noch gewesen, die Ausbildung, dann war ich in verschiedenen Kindergärten, also während dieser Ausbildung und habe da Praktikum gemacht und mein letztes Jahr, was auch das entscheidende Jahr dann war, als ich dann auch gemerkt habe, es geht irgendwo noch weiter nach der Ausbildung, war in der Aubstadt im Kindergarten. Ich habe dann auch da noch mal ein Jahr gearbeitet und eigentlich kam da schon der Wunsch, der immer konkreter geworden ist. Eigentlich hätte ich dort weiterarbeiten können. Dann habe ich das Studium angefangen, habe in Eichstätt dann eben Mathe und Schulpsychologie studiert und dann nach zwei Jahren Referendariat und noch mal einem Jahr nicht in Königshofen wurde ich dann nach Königshofen versetzt.
Würden Sie rückblickend irgendetwas anders machen?
Nein, ich bin sogar froh, dass ich am Gymnasium gescheitert bin, dass ich die Ausbildung gemacht habe, die zwar auch echt herausfordernd zum Teil war, weil sie halt auch fünf Jahre dauerte. Damals habe ich ganz wenig Geld verdient, also ich habe dann immer mit meinem Freunden oder mit meinem Bruder verglichen, der dann in der Industrie bei Siemens gelernt hat, der extrem viel Geld dann für mich da schon bekommen hat, ich gar nichts oder ganz relativ wenig, außer BaFöG natürlich. Aber mir hätte es eben nicht die Tür geöffnet, also wenn ich diesen Weg nicht gegangen wäre über die Realschule, über eine Erzieherausbildung und hätte vielleicht ein mittelmäßiges Abi gemacht, dann hätte ich wahrscheinlich schon auch Lehramt studieren können, aber eben nicht die Schulpsychologie.
Welche Vorbilder, gerne auch aus der Schule, haben Ihren Weg geprägt?
Meine damalige Klassleitung hat mich sehr geprägt, weil die immer gesagt hat, sie macht den Job nicht, weil sie da Geld verdienen muss, sie hatte genug, also war sie abgesichert, sie brauche das nicht. Sie mache das, weil sie uns was beibringen möchte. In der Erzieherausbildung hatte ich meinen Mathelehrer damals, der hat mich dazu echt gedrängt, mach mehr draus und du kannst es, und hat mich da echt bestärkt. Aber ich muss auch sagen, ich hatte auch ganz viele Anti-Vorbilder, weil ich genau wusste, so will ich nicht werden als Lehrerin.
Wer war Ihre Lieblingslehrerin oder Ihr Lieblingslehrer?
Wahrscheinlich mag ich die Lehrer auch, weil sie diese naturwissenschaftlichen Fächer hatten. Ich mochte den Herrn Weidlich, weil er so supertolle Experimente gemacht hat und ich habe Physik immer verstanden und es war so greifbar, das fand ich super. Ja, dann die Frau Nachbauer war meine Klassenleitung, die war einfach top, aber auch die Frau Went in Mathe, also ich hatte die Frau Went und die hat es so verständlich immer rübergebracht, und mir war klar, so will ich meinen Unterricht auch mal halten.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Ich kann erzählen vom Skikurs, da gab es wirklich Ärger, da gab es Bettruhe und ich war im Mädelszimmer und da war ein Junge und nach der Bettruhe und ich habe Angst gehabt, dass ich heimfahren muss und habe dann auch weinend meine Mama angerufen, als es dann wieder Handyzeit gab und habe gesagt, oh Gott, wir haben da was Blödes gemacht und ich war eben dabei. Ich habe auch mal gespickt, bin aber nie erwischt worden, nie.
Bitte vervollständige folgenden Satz: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann…
… würde ich hoffen, dass alle meine Lieben gesund bleiben.
Worauf sind sie besonders stolz?
Ich bin schon stolz, wie ich diesen Weg gegangen bin. Also, muss ich ehrlich sagen, der war nicht einfach, das Studium, gerade das Mathe-Studium hat mich echt vor sehr große Herausforderungen gestellt, dadurch, dass ich auch kein Abi hatte, dass ich da sehr, sehr viel Fleiß reingeben musste. Dass ich diesen Weg, durch gefühlt halb Bayern geschickt zu werden und aber doch wieder hier in die Heimat gekommen bin, wo ich hin wollte, das auszuhalten, nicht hinzuschmeißen, weil ich hatte eine Ausbildung, ich hätte ja wieder zurückgehen können. Darauf bin ich schon stolz. Ja.
Was ist Ihr peinlichstes Erlebnis aus ihrer Schulzeit oder während Ihrer Lehrerlaufbahn?
Ich weiß nicht, ob das das Peinlichste ist, aber mir fällt eine Situation ein: Ich bin in der neunten Klasse neu in diese Schule gekommen, Einserzweig, fast nur Jungs. Wir hatten damals eine neue Klassenlehrerin, die wusste das vielleicht noch gar nicht, dass ich da neu dazugekommen bin und ich musste mit einem anderen Mädel die Klassensprecherwahl auszählen und da waren lauter Spitznamen draufgestanden und ich habe die nicht gekannt und ich habe mich so unwohl gefühlt, vor dieser Klasse zu stehen. Wenn ich jetzt vor der Klasse stehe, macht mir das überhaupt nichts aus. Aber damals was mir das echt peinlich, ich wusste, neue Klasse, da sind Spitznamen, aber ich konnte die nicht zuordnen, ich sollte aber diese Klassensprecherwahl mit auszählen und helfen. Katastrophe, ich bin glaube ich wie Tomate angelaufen.
Welche übermenschliche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Ich würde gerne einfach die Zeit stoppen, also einfach mal auf Stopp drücken, dass ich zum Beispiel, wenn ich gerade einen guten Moment habe, dass ich sagen kann, jetzt kann ich den genießen und die Zeit nicht so schnell weiterläuft, aber auch manchmal gerade in meiner Schulpsychologie, es ist manchmal auch gut, dann zu stoppen und gerade aus Beratungssicht da vielleicht mal genauer drauf zu schauen, weil es doch alles so schnelllebig ist.
Welche Ziele haben Sie noch?
Also, mein Ziel, privat, was zeitnah jetzt auch ansteht, wir werden jetzt erst mal ein Haus bauen in der Heimat, weil ich ja hierbleiben darf und wieder hierher gekommen bin, genau. Das ist so erst mal das große private Ziel und beruflich ist mein Ziel, dass ich hoffe, dass ich mit so viel Energie, die ich noch verspüre, weil ich ja noch am Berufsanfang bin, dass das sich nicht komplett einstellt und dass ich weiterhin irgendwie versuche, da zu sein, wertschätzend zu sein, auch so fair zu sein, das sind so meine beruflichen Ziele.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Auch wenn es schwer wird, bleib dran und ein Scheitern ist für Manches wirklich gut. Wenn ich nicht gescheitert wäre, wäre ich nicht hier, definitiv.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter Sommer
Messi oder Ronaldo? Messi
Mathe oder Deutsch? Mathe
Kino oder Theater? Theater
Berge oder Meer? Meer
Zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? Zehn Minuten zu früh
Morgenmensch oder Nachteule? Nachteule
Kopfmensch oder Bauchmensch? Kopfmensch
Selbst kochen oder essen gehen? selbst kochen
Kunst oder Musik? Kunst
Liebe Frau Ankenbrand,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um dieses Interview mit uns zu führen.
Wir wünschen Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg beruflich wie privat von Herzen alles Gute.
Dankeschön!
Ihr Reporterteam
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Name: Peter Fischer
Abschlussjahr: 2002
Heimatort: Bad Königshofen
Jetziger Wohnort:wieder Bad Königshofen
Fame:Lehrer an der Schule, an der er selbst Schüler war
„Don’t stop me, ‘cause I’m having agood time“
Queen
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit?
Ich habe viele schöne Erinnerungen. Ich bin sehr gerne in die Realschule gegangen. Ich habe da auch meine Frau kennengelernt, das ist natürlich etwas ganz Besonderes. Sie war ein Jahr unter mir und wir waren damals auch schon mal kurz zusammen. So die Pausen, wenn man da die Kontakte zu anderen hat und was eine sehr schöne Erinnerung ist: Wir hatten ein Zehntklasszimmer mit Sofas. War cool.
Welchen Zweig hatten Sie?
Gruppe 1, also den mathematischen Zweig.
Wo haben Sie Ihr Schülerpraktikum gemacht?
Das gab es damals so noch nicht. Also, wir durften es nicht während der Schulzeit machen. Wir mussten es in den Ferien machen. Das ist Luxus, was ihr jetzt habt. Ich war damals aber bei der Firma Köberlein in den Ferien. Das ist der Vorgänger von der Firma Ifsys Zuführtechnik. Die haben damals für Mercedes Benz eine Maschine gebaut, die Türscharniere sortiert hat. Und wenn das Scharnier nicht vorne links war, sondern vorne rechts, dann muss das aussortiert werden. Bei der Maschine da kam ein Roboter, der das weitergenommen hat und ich war dann quasi der, der den Roboter simuliert und musste kistenweise die Teile abnehmen. Damit haben wir geschaut, ob am Schluss die drei falschen gefunden wurden. Das heißt ich habe 100 Teile raus und dann geschaut, ob die drei falschen automatisch rausgeworfen wurden. Ich habe aber den Beruf, den ich da als Praktikum auch später gelernt. Ich habe Mechatroniker gelernt. Also es hat sich das Praktikum gelohnt.
Wie sind Sie dann darauf gekommen, dass Sie Lehrer werden wollten?
Tatsächlich kann ich mich erinnern, neunte Klasse, Zimmer 121. Wolfgang Schmitt war damals schon Berufsberater und ich habe überlegt, Lehrer wäre cool. Aber ich war ja in einer Realschule und Abitur war weit weg. Und der Wolfgang Schmitt hat damals gesagt, wenn man an die BOS geht allgemeines Abitur nachmachen kann. An der FOS ging es damals noch nicht. Dort ging nur Fachabitur. Und dann habe ich überlegt, wenn ich erst eine Ausbildung mache, habe ich die Chance, später noch Lehrer zu werden. Wenn ich gleich an die FOS gehe, dann muss ich Ingenieur oder so werden. Also wäre auch was gewesen, was mich interessiert hätte. Und ich habe tatsächlich deswegen dann auch den Beruf gemacht, damit ich dann mit der 13. Klasse noch die Chance habe, Lehrer zu werden.
Was war Ihr Lieblingsfach und Ihr Hassfach?
Hassfächer kann ich euch zwei nennen, das lag aber ein an dem Lehrer damals - Biologie und Chemie. Mit dem Lehrer bin ich einfach nicht klargekommen. Das war einfach schwierig. Ansonsten habe ich schon immer gerne Mathe gemacht. Informatik hat mich auch schon immer interessiert.
Was vermissen Sie aus Ihrer Schulzeit?
Wie gesagt, das Zehntklasszimmer war schon echt gut. Da habe ich auch schon paar Anläufe gestartet als Verbindungslehrer. Was es noch heute gibt im Gegensatz zu früher, sind SMV-Tage. Das ist schon echt cool, dass man da auch paar Tage unterwegs ist. Zu unserer Schulzeit gab es doch einige Sachen, die leider nicht mehr so existieren. Wir hatten eine Faschingsdisco, in der wir hier in der Aula mit Beleuchtung wirklich Disco gemacht haben am Nachmittag und dann gab es im Sommer noch mal eine Disco, das war dann am Abend. Da haben einige Schüler den DJ gemacht und das waren auch echt schöne Veranstaltungen, die es damals gab, die es heute nicht mehr gibt. Was auch echt cool war, habe ich auch schon ein paar mal versucht über die SMV wiederzubeleben: Es gab eine Nonsens-Olympiade in der letzten Schulwoche. Da sind alle Klassen gegeneinander angetreten in verschiedenen Disziplinen. Das war zum Beispiel Mülltonnen-Rennen. Einer war in der Mülltonne, der andere hat die Augen verbunden, und musste schieben und dann muss man halt steuern. Und das war auch für die Zuschauer wirklich witzig. Ich habe da den Herrn Loster mal eingekeilt, da lachen wir heute noch drüber, weil ich einfach keine Orientierung mehr hatte. Oder man musste Luftballons mit einer Bodenmatte transportieren. Wenn man schnell läuft, fliegen die oben raus. Solchen Nonsens und dann gab es halt Punkte . Das war einfach zum Jahresabschluss echt schön. Das sind so Sachen, an die ich mich erinnere, die echt witzig waren.
Würden Sie rückblickend irgendetwas anders machen?
Tatsächlich nicht, denn auch die drei Jahre Berufsausbildung waren wirklich eine gute Lebenserfahrung. Also, mal in einem Betrieb, das alles mitzumachen, wie es da zu geht, das ist doch anders als Schule, Schüler und Lehrer. Ich weiß, wie eine Bewerbung zu schreiben ist. Und es ist eine Lebenserfahrung und ich mache heute noch daheim die Steckdosen selber. Gelernt ist gelernt. Würde ich wieder so machen. Was natürlich bei Lehramt immer ein bisschen risikoreich ist oder schwierig ist: Ich war auch ein Jahr in Oberbayern, hatte dann echt Glück, dass es nur ein Jahr war, weil ich wieder hierher wollte. Das weiß man halt nie. Es kann auch passieren, dass man dann länger weg ist. Und dass ich schließlich wieder an die Schule zurück durfte, von der ich herkomme, an meinem Heimatort, na, das ist natürlich Riesenglück und nicht selbstverständlich.
Welche Vorbilder, auch aus der Schule, haben Ihren Weg geprägt?
Da ist auf jeden Fall der Elmar Mantel zu nennen. Das war mein Mathe- und Physiklehrer. Der ist damals mit uns in Rente gegangen. Der ist jetzt 85, nach wie vor fit, sportlich aktiv und wenn ich ihn treffe ist es sehr nett. Und der konnte einfach sehr gut erklären. Er hat uns neu übernommen und wir waren um eine Note besser als bei dem Lehrer vorher in Physik und das war einfach, weil er es gut erklären konnte. Und das habe ich mir versucht als Vorbild zu nehmen. Ja, er hat anders auch Schwächen gehabt. Wissen auch viele Schüler, aber erklären konnte er wirklich gut und wir waren mit ihm auf Abschlussfahrt, das war auch sehr schön. Also, das war auf jeden Fall ein Vorbild.
Hatten sie einen Lieblingslehrer oder Lehrerin?
Also wie gesagt, Elmar Mantel war einfach vom Fachlichen, vom Erklären her mega. Und wer damals natürlich ganz hoch im Kurs war, war der Herr Riedl. Einfach aus einem Grund: Er war jung und außerdem unser Klassenlehrer. Wir waren seine erste Klasse, das war natürlich was Besonderes. Und Herr Riedl und die Frau Ludwig waren die einzigen jüngeren Lehrer, waren, glaube ich, damals die einzigen Lehrer unter 50. Sie waren damals 30.Das war dann schon auch irgendwie cool und was anderes und ich habe auch bis heute ein gutes Verhältnis zum Herrn Riedl und habe auch in Deutsch wirklich was bei ihm gelernt. Auch wenn Deutsch nicht mein Lieblingsfach ist, aber trotzdem kann ich heute noch Gedichte teilweise zitieren, die ich bei ihm gelernt habe.
Haben Sie in Ihrer Schulzeit einmal etwas Unerlaubtes getan?
Nichts Gravierendes. Eine kleine Anekdote gibt es: Es gab ein 40-jähriges Schulfest und Sport war damals nicht meine Leidenschaft, vielleicht lag es am Lehrer. Und wir sollten was mit abbauen und dann haben wir das eben gemacht und dann sollten wir zum Sportunterricht. Und die Stadtarbeiter haben dann gesagt, also ihr könnt los. Da ich nicht so wirklich Lust auf Sport hatte ich zu meinem Kumpel gesagt: Pass auf, wir helfen denen noch ein wenig. Die haben natürlich gecheckt, dass wir nur keine Lust auf Sport hatten, haben aber mitgespielt. Und dann bin ich zum Sportlehrer gegangen und gesagt, wir sollen da noch helfen. War nicht ganz die Wahrheit, aber eine gute Tat. Wir sollten nicht, aber wir durften. Dann sind wir zum Bauhof gefahren und haben denen geholfen. Wann wollt ihr dann wieder zurück sein, haben sie gefragt. Ich habe gesagt, naja, 11:15 Uhr wäre gut. Dann haben die uns zurückgefahren, haben wir uns da eben mal eine Stunde gegönnt. Dann noch neunte Klasse Sportfest, auch eine Anekdote: Wie gesagt, Sport war nicht meine Leidenschaft, Leichtathletik sowieso nicht. Und ich habe den ersten Anlauf genommen und leider übertreten. Kommt vor. Eine ältere Lehrerin war zum Aufschreiben eingeteilt und Schülerinnen, die ich vom Sehen gekannt habe, die die Weiten gemessen haben. Ich haben dann einfach gesagt: “So ein bisschen Ungenauigkeit ist doch immer dabei, oder?” Und dann haben die gleich gesagt, wie viel ich denn möchte? Da habe ich gesagt, naja, so ein Stück halt. Und dann haben sie im zweiten Anlauf das Maßband ein bisschen durchhängen lassen. Ich hatte eine Bombenweite, so gut war ich noch nie drauf. Und beim dritten Mal noch besser, also war wunderbar. Weitsprung war meine Disziplin an dem Tag. So Kleinigkeiten hat man schon mal gemacht.
Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann…
… wünsche ich mir einfach Gesundheit für mich, meine Familie alle meine Lieben. Das ist mir das Wichtigste und mir geht's gut. Ich bin sehr dankbar dafür. Ich bin auch dankbar, dass ich hier Lehrer sein darf. Ich war heut früh im Kindergarten, bin danach gleich in die Schule. Das ist echt Luxus und so habe ich da keine großen Wünsche außer der Gesundheit.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Ja, ich bin schon stolz, dass ich den Weg halt wirklich durchgezogen habe. Es gab auch mal die Überlegung mit Realschule Fachlehrer zu machen, wäre ja auch so eine Option gewesen, die wesentlich einfacher gewesen wäre, aber ich bin schon stolz drauf, dass ich das dann wirklich mit Abitur mit Studium durchgezogen habe. Und ja, dankbar, dass ich hier sein darf, weil das kann man nicht beeinflussen. Also das ist dann, das Quäntchen Glück, das dazukommen muss. Aber durch Fleiß kann man zum Abi kommen und zum Studium.
Was ist ihr peinlichstes Erlebnis aus Ihrer Schulzeit oder während Ihrer Karrierelaufbahn?
Wir hatten mal irgendein Drogenprojekt gehabt und dann stand ich im Jahresbericht. Also der Bericht von dem Drogenprojekt war auf der einen Seite. Auf der anderen Seite war das Foto dazu. Ich und noch ein Mitschüler haben da was vorgestellt und die nächste Überschrift, die auf der Seite war, war dann „Behinderte Mitmenschen im Alltag“. Natürlich hat es nicht zusammengehört, aber im ersten Moment, wenn du die eine Seite gesehen hast, war halt unser Bild mit der Überschrift. Das ist im Nachhinein lustig, aber in dem Moment war es etwas blöd.
Welche übermenschlichen Fähigkeiten hätten Sie gerne?
Da tue ich mir schwer. Bin nicht so der Fantasy-Mensch. Fliegen wäre schon ganz gut. Würde viel Zeit sparen.
Welche Ziele haben Sie noch?
An der Schule noch vielleicht Einiges zu bewegen, auch Kleinigkeiten. Ich war auch lang Verbindungslehrer und habe da mit dem Wasserspender etwas Nachhaltiges geschaffen oder eben auch gewisse Sachen angefangen, die dann weitergeführt werden und da habe ich schon noch Ziele, dass man so den Schulalltag immer wieder neu denkt und vielleicht auch Annehmlichkeiten mit einbaut. Natürlich sollte man auch den Unterricht nicht vergessen, das ist auch immer wichtig. Es ist schön, wenn man Aktionen macht, den Sporttag oder was, aber sowas möchte ich schon noch erreichen. Ansonsten bin ich ganz zufrieden hier.
Was möchten Sie den Schülern von heute mit auf den Weg geben?
Ich möchte euch mit auf den Weg geben, dass man, wenn man einen Traum hat, sich anstrengen soll, dann kann man den auch erreichen. Also, ich habe es für mich bewiesen, dass es geht und das war damals in der neunten Klasse wirklich weit, weit weg. Gerade das Abitur war ganz weit weg. Dass man das nicht aus den Augen verliert, auch wenn man es vielleicht nicht gleich umsetzen kann. Ich habe auch ein bisschen gebraucht, aber der Wunsch war da und dann habe ich mich da reingekniet, um das zu schaffen. Und wenn man so einen Traum hat, kann ich nur sagen, strengt euch an, man kann es schaffen. Aber man muss sich auch generell anstrengen für einen guten Abschluss und für einen ordentlichen Beruf. Gerade ist der Arbeitsmarkt sehr gut, aber trotzdem wird da auch geschaut. Strengt euch an für einen wirklich einen coolen Beruf, der zu euch passt. Es gibt so viele neue Berufe wie und es lohnt sich zu arbeiten, denn dann kann man ganz viel erreichen.
Entscheidungsfragen
Sommer oder Winter? | Sommer |
Messi oder Ronaldo? | Messi |
Mathe oder Deutsch? | Mathe |
Kino oder Theater? | Theater |
Berge oder Meer? | Berge |
Lieber zehn Minuten zu früh oder zehn Minuten zu spät? | Zu spät |
Morgenmensch oder Nachteule? | Nachteule |
Kopfmensch oder Bauchmensch? | Bauchmensch |
Selbst kochen oder essen gehen? | Beides gut |
Kunst oder Musik? | Musik |
Lieber Herr Fischer,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um dieses Interview mit uns zu führen.
Wir wünschen Ihnen beruflich wie privat für die Zukunft von Herzen alles Gute.
Dankeschön!
Ihre Anna Rützel, Klara Zeitz und Stefanie Greb
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